Zürcher Free Jazz-Pionierin Irène Schweizer. Foto: Bundesamt für Kultur (BAK), Nicolas Brodard
Zürcher Free Jazz-Pionierin Irène Schweizer. Foto: Bundesamt für Kultur (BAK), Nicolas Brodard

Irène Schweizer erhält Schweizer Grand Prix

Der Schweizer Grand Prix Musik 2018 geht an Irène Schweizer, eine der wichtigsten Pianistinnen des zeitgenössischen Jazz, für ihr einzigartiges Werk.

Dreizehn Musikerinnen und Musiker sowie ein Ensemble wurden mit einem Schweizer Musikpreis 2018 ausgezeichnet. 1941 in Schaffhausen geboren, zählt Irène Schweizer zu den prägenden Persönlichkeiten des modernen Jazz. Die Pianistin und Schlagzeugerin erkundet in den 1960er-Jahren die Londoner und Zürcher Jazzszene.

1968 trifft sie in Zürich ihren langjährigen Weggefährten, den Schlagzeuger Pierre Favre, und setzt fortan mit ihm wichtige Impulse im Bereich des Free Jazz und des improvisierten Klavierspiels. Neben ihrer weltweiten Konzerttätigkeit in verschiedenen Formationen sowie als Solo-Künstlerin hat Irène Schweizer zahlreiche Solo- und Duo-Alben (mit Pierre Favre, Joey Baron u. a.) veröffentlicht. Bis heute engagiert sie sich für die musikalische Frauenbewegung Europas («Feminist Improvising Group», «Les Diaboliques»). Sie ist Mitgründerin des Taktlos-Festivals, der Werkstatt für Improvisierte Musik Zürich (WIM) und des Jazzlabels Intakt.

Die Schweizer Musikpreise zeichnen das herausragende und innovative Schweizer Musikschaffen aus und tragen zu dessen Vermittlung bei. Die Preisträger sind 2018: Noldi Alder (Urnäsch, AR), Dieter Ammann (Zofingen, AG), Basil Anliker alias Baze (Bern), Pierre Audétat (Lausanne), Laure Betris alias Kassette (Freiburg), Sylvie Courvoisier (New York), Jacques Demierre (Genf), Ganesh Geymeier (Moudon, VD), Marcello Giuliani (Paris und Lausanne), Thomas Kessler (Allschwil, BL), Mondrian Ensemble (Basel), Luca Pianca (Lugano), Linéa Racine alias Evelinn Trouble (London und Zürich), Willi Valotti (Nesslau, SG).

Mit ihrem Schaffen in Jazz, Hip-Hop, Klassik, Improvisation, Rock, Sampling, Volksmusik, Barock oder zeitgenössischer Musik zeugen die Preisträgerinnen und Preisträger von der Vielfalt und Exzellenz der Schweizer Musikszene. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Festivals Label Suisse in Anwesenheit von Bundesrat Ignazio Cassis in der Salle Paderewski in Lausanne statt. Im Februar 2018 haben die sieben Mitglieder der Jury die Gewinnerin des Grand Prix Musik und die 14 Preisträgerinnen und Preisträger der Schweizer Musikpreise bestimmt. Der Schweizer Grand Prix Musik ist mit 100.000 Franken dotiert, die Schweizer Musikpreise mit je 25.000 Franken.

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