Inge Brandenburg, eine deutsche Jazz-Geschichte. Bild: Bayerischer Rundfunk
Inge Brandenburg, eine deutsche Jazz-Geschichte. Bild: Bayerischer Rundfunk

Inge Brandenburg - Frau der Extreme

Kennen Sie Inge Brandenburg? Wenn nicht, schafft ARD-alpha Abhilfe und zeigt am Freitag, 18. März 2016, um 21.00 Uhr die 120-minütige Kinoversion des preisgekrönten Dokumentarfilms „Sing! Inge, Sing!“ von Marc Boettcher.

"Ihr Penner, ihr wolltet nur alle mit mir ins Bett - sie hat den Schmerz getroffen, den viele Menschen mit sich herum schleppen - sie ist ganz schnell ausgerastet - sie war eine Frau der Extreme - sie hat meine Seele berührt - sie war zur falschen Zeit am falschen Ort - es war der Alkohol - sie ist eine hochinteressante deutsche Künstlerin - für mich war die Inge Lady Jazz von Deutschland."

Das sind nur einige der Zitate von Wegbegleitern, Bewunderern und Kollegen von Inge Brandenburg, die im Porträtfilm von Marc Boettcher das Bild einer ungewöhnlichen Jazzsängerin zu zeichnen helfen. Inge Brandenburg wird in den Wirtschaftswunder-Jahren als „beste europäische Jazzsängerin“ gefeiert, vom „Time Magazin“ mit Billie Holiday verglichen und von Musiker-Kollegen auf Händen getragen.

Doch - so sagt die Fama - das Publikum ignoriert die Begabung der deutschen Jazzerin, die Plattenindustrie will sie auf Schlager reduzieren. ARD-alpha zeigt am Freitag, 18. März 2016, um 21.00 Uhr die 120-minütige Kinoversion des preisgekrönten Dokumentarfilms „Sing! Inge, Sing!“ von Marc Boettcher. Es ist die Geschichte einer Frau, die einmal als „Stimme des Jazz in Deutschland“ galt und heute weitgehend vergessen ist.

Marc Boettcher zeichnet in seinem Dokumentarfilm ein Frauenschicksal der 1950er-und 60er-Jahre. Er zeigt eine Zeit, in der es in Deutschland keinen Platz gab für selbstbewusste Frauen mit internationalen Träumen, mit dramatischem Interpretationsstil und einer emanzipierten Erotik.

Vom Alkohol gezeichnet und von fehlenden Engagements zermürbt, zieht sich Inge Brandenburg ab Mitte der 1970er-Jahre aus der Öffentlichkeit zurück und stirbt 1999 völlig verarmt in München. Zu Wort kommen in der Doku unter anderem Künstlerkollegen wie Emil Mangelsdorff, Udo Jürgens, Joy Fleming, Klaus Doldinger und Fritz Rau. Der Link führt zum knapp fünfminütigen Trailer auf Youtube.

https://www.youtube.com/watch?v=h7U3FZgz-64

Zur Übersicht

FonoForum-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im FonoForum-Newsletter.

Jetzt registrieren