Das Baltic Sea Philharmonic. Bild: Peter Adamik
Das Baltic Sea Philharmonic. Bild: Peter Adamik

Impulse aus dem Norden

Das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi starten nach einer konzertarmen, aber nicht untätigen Zeit in die neue Saison.

Obwohl der Covid-19-Pandemie die „Midnight Sun"-Tour und Teile der „Nordic Pulse"-Tour 2020 zum Opfer gefallen sind, geben das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi nicht auf und bringen ihr neues „Nordic Pulse"-Programm am 10. September zu den Meraner Musikwochen und am 12. September zum Usedomer Musikfestival ins Kraftwerk Peenemünde. Aufgrund der Reisebeschränkungen im Zuge der Covid-19-Pandemie, die internationale Orchester besonders hart treffen, plant das Baltic Sea Philharmonic mit ca. 40 Musikern aus allen Ländern rund um die Ostsee aufzutreten, vorbehaltlich der behördlichen Bestimmungen zum Tourneeauftakt am 6. September. Die „Nordic Pulse"-Tour wird eine innovative Feier des Nordens mit Werken von Komponisten aller zehn Ostseeländer, die komplett aus dem Gedächtnis gespielt werden. Ursprünglich waren sieben Konzerte vom 6. bis 13. September geplant. Die Aufführung in Hamburgs Elbphilharmonie wurde auf März 2021 verlegt.

Thomas Hummel, Executive Director des Baltic Sea Philharmonic zu den bevorstehenden Konzerten und geplanten Schutzmaßnahmen: „Trotz der Ungewissheit der letzten Monate wollen wir uns nicht entmutigen lassen und planen fest mit den beiden verbliebenen ‚Nordic Pulse'-Konzerten. Die Gesundheit unseres Publikums, der Musiker und des Teams stehen für uns dabei an höchster Stelle. Wir sind daher nach wie vor in enger Abstimmung mit den Festivals und Behörden, um unserem Publikum unvergessliche, länderverbindende Musikerlebnisse mit dem Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi bieten zu können."

Bevor das Orchester seine Reise von den Alpen bis an die Ostsee antritt, steht eine intensive Probenphase vom 5. bis 9. September im Humboldt Jugendgästehaus in Bad Schussenried an der Oberschwäbischen Barockstraße an, wo es bereits 2019 im Vorfeld seiner „Divine Geometry"-Tour probte. Das Baltic Sea Philharmonic blickt voller positiver Erwartungen auf seine Rückkehr nach Meran und Usedom voraus. Bei den Meraner Musikwochen wird es bereits zum fünften Mal spielen und das Usedomer Musikfestival ist als Podium der Ostsee die spirituelle Heimat des Orchesters. Die Idee für das Ensemble entstand 2008 auf der Insel Usedom. Die beiden diesjährigen Konzerte in Peenemünde sind bereits ausverkauft. Die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, eröffnet das erste Konzert (17 Uhr) des Baltic Sea Philharmonic beim Usedomer Musikfestival mit einer Rede.

„Nordic Pulse" – ein außergewöhnliches Ostseeabenteuer

Das Programm „Nordic Pulse" ist eine Hommage an die gesamte Ostseeregion: Das Publikum kommt in den Genuss, Musik von Komponisten aus allen Ländern der Region zu hören: Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland. Der russische Komponist Tschaikowski steht ebenso auf dem Programm wie Sibelius aus Finnland und Grieg aus Norwegen. Neue Musik von jungen, zeitgenössischen Komponisten wie Gediminas Gelgotas aus Litauen, Sven Helbig und Robot Koch aus Deutschland werden ebenso zu hören sein, wie Musik von Kristjan Järvi als Vertreter Estlands. „Nordic Pulse" schließt mit Beethoven und seiner Symphonie Nr. 5, anlässlich seines 250. Jubiläumsjahres. Das Besondere: Die Musiker des Baltic Sea Philharmonic spielen wieder das gesamte Programm aus dem Gedächtnis – ein Markenzeichen des Orchesters. Obwohl das Ensemble notwendigerweise in kleinerer Besetzung als gewöhnlich auftreten muss, erwartet das Publikum, dasselbe spannungsgeladene und freudvolle Spiel, das seine Konzerte auszeichnet und jedes Mal zu einem Erlebnis werden lässt.

Das für den 5. September geplante „Nordic Pulse"-Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg wird am 14. März 2021 im Rahmen der „Midnight Sun"-Tour des Orchesters durch Polen und Deutschland stattfinden. Alle Tickets, die bereits für den 5. September erworben wurden, behalten ihre Gültigkeit bis zum nächsten März.

Online-Orchestererfahrungen und Zeichen der Solidarität in schwierigen Zeiten

Während der erzwungenen Pause von Live-Konzerten sind das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi nicht untätig geblieben und produzierten innovative Musikformate, die einzigartige Online-Erlebnisse versprechen. Eines der ambitioniertesten Videos eines virtuellen Orchesters, eine 20-minütige Aufnahme von Schostakowitschs Symphonie Nr. 7 mit 108 Musikern aus 18 Ländern feierte am 8. Mai Premiere. Weiter ging es am 23. Juli mit dem Start des nächsten Online-Projekts: „Musical Chain" macht Meisterwerke klassischer Musik für das 21. Jahrhundert als eine Serie von Remix-Videos neu erfahrbar und feiert virtuell Solidarität und Gemeinschaft angesichts der Covid-19-Pandemie. Inspiriert ist „Musical Chain" von den Menschenketten im Baltikum vom August 1989. Das erste dieser Remix-Videos, „Midnight Mood", das auf Griegs berühmter „Morgenstimmung" aus seiner ersten „Peer Gynt"-Suite basiert, können Zuschauer über die sozialen Medien des Baltic Sea Philharmonic abrufen.

Baltic Sea Philharmonic – eine Revolution in Musik und Kultur

Seit seiner Gründung 2008, initiiert durch das Usedomer Musikfestival, realisierte das Baltic Sea Philharmonic über 100 Konzerte vor mehr als 110.000 Konzertgängern in 15 Ländern – von Europa bis in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dabei tritt das Baltic Sea Philharmonic an, die Präsentation und Aufführung von Musik im 21. Jahrhundert zu revolutionieren. Unter der mitreißenden Leitung seines künstlerischen Leiters Kristjan Järvi strahlen die Aufführungen ansteckende Leidenschaft und Energie aus und sind Spektakel, die Klang-, Licht- und Projektionskunst, aber auch Choreografien zu einzigartigen Konzerterfahrungen verschmelzen. Mehr als das, ist das Baltic Sea Philharmonic eine Bewegung, die Menschen zusammenbringt und eine Gemeinschaft von Musikern aus zehn Ländern, die ebenso mühelos geografische, wie historische Grenzen überwindet. Indem das Ensemble die ganze innovative und progressive Kraft des Nordens verkörpert, führt es dabei das traditionelle Verständnis vom Orchester weiter als je zuvor.

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