Szene aus der Oper „Merope" von Riccardo Broschi, eine Wiederentdeckung in Innsbruck. Bild: Rupert Larl
Szene aus der Oper „Merope" von Riccardo Broschi, eine Wiederentdeckung in Innsbruck. Bild: Rupert Larl

Immer wieder Neues von der Alten Musik

Die 43. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sind mit einem Arienkonzert von Countertenor Bejun Mehta zu Ende gegangen.

Mit 54 Veranstaltungen an 31 Spielorten kann Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi auf eine enorm gut besuchte Festivalsaison, die unter dem Motto „Glanzlichter" stand, zurückblicken. Zu den Veranstaltungen mit Eintritt kamen 11.556 Besucher, somit um rund 1.700 mehr als 2018. Zusätzlich besuchten 19.000 die kostenlosen Veranstaltungen der Festwochen (Concerto Mobile, Lunchkonzerte, Musik im Gottesdienst, Schlossfest Ambras, Pauken und Trompeten).

Bei besten Wetterbedingungen lockte dabei die 25. Ausgabe des Schlossfests Ambras 15.000 Gäste an. 2019 kamen insgesamt rund 30.500 Besucher zu Veranstaltungen der Innsbrucker Festwochen. Das enorme Interesse an den Festwochen schlägt sich auch in der Auslastung nieder: Diese liegt bei den Veranstaltungen mit Eintritt bei 96%. Die Wiederentdeckung der Oper „Merope" von Farinelli-Bruder Riccardo Broschi wurde vom Publikum und zahlreichen Berichterstattern als „sensationelle Ausgrabung" (FAZ) gefeiert.

Die drei „Merope"-Vorstellungen im Tiroler Landestheater erreichten eine Auslastung von 99%, die drei Aufführungen von Barockoper:Jung, Händels „Ottone, Re di Germania" waren ebenfalls zu 99% ausgelastet und die zwei Aufführungen von Cestis „La Dori" verbuchten 93%.

Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2020 werden mit der Oper „Leonora" von Ferdinando Paër eröffnet, einer Koproduktion mit dem Beethoven-Fest Bonn und den Schwetzinger Festspielen. Paërs Komposition, die am Vorabend der Uraufführung der Urfassung von Beethovens „Fidelio" auch in Wien aufgeführt wurde, zählt zur Tradition der neapolitanischen Opera seria, die seit vielen Jahren bei den Innsbrucker Festwochen gepflegt wird.

Als zweite Musiktheaterproduktion der Festwochen 2020 kommen die Intermedien zu „La pellegrina" auf die Landestheaterbühne, Vorläufer zur Florentinischen Frühform der Oper. In Florenz wurden 1589 die musiktheatralischen Zwischenspiele von sechs verschiedenen Komponisten zu der Schauspielkomödie „La pellegrina" von Girolamo Bargagli aufgeführt. Im Format Barockoper:Jung dirigiert Mariangiola Martello die erste Vertonung des Don-Juan-Stoffes, die 1669 in Rom uraufgeführte Oper „L'empio punito" von Alessandro Melani, in der insgesamt 14 Rollen vorzugsweise mit Teilnehmern des diesjährigen Cesti-Wettbewerbs besetzt werden.

 

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