Die hr-Bigband mit Chefdirigent Jim McNeely Bild: hr/Dirk Ostermeier
Die hr-Bigband mit Chefdirigent Jim McNeely Bild: hr/Dirk Ostermeier

Das nicht Planbare planen

Die Herren der hr-Bigband wollen wieder vor Publikum spielen.

Den Drang zurück auf die Bühne verspüren wohl alle Musiker derzeit. Auch die hr-Bigband brennt darauf, ihre Konzerte wieder vor Publikum zu spielen. Derzeit kann selbstverständlich niemand so richtig in die Zukunft schauen, deshalb sagt Olaf Stötzler, Orchestermanager der hr-Bigband: „Wir planen gerade eine nicht planbare Saison."

In der Saison 2020/21 begegnet die hr-Bigband musikalischen Genres vom Bebop bis hin zur Neuen Musik, vom finnischen Tango bis zum Jazz-Rock von Chick Corea's „Return to Forever". Künstler wie Vincent Peirani, Melissa Aldana, Dhafer Youssef, Linda May Han Oh und Lizz Wright werden zu Gast sein. Einer wahren Legende des Jazz widmet die hr-Bigband zwei Konzerte: Miles Davis. Dieser war vor 60 Jahren erstmals mit seiner eigenen Band zu Gast in Deutschland und debütierte in Frankfurt. In einer reduzierten Ausgabe des 51. Deutschen Jazzfestivals Frankfurt präsentiert die hr-Bigband in der Alten Oper einen Abend mit dem Shooting Star unter den Jazzsängerinnen, Jazzmeia Horn. „sounds of finland" heißt das gemeinschaftliche Festival mit dem hr-Sinfonieorchester, dessen „Artist in Residence" Pekka Kuusisto und der hr-Bigband, zu dem letztere zwei Konzertabende beisteuert.

Ihre insgesamt 31 Projekte wird die hr-Bigband nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Gießen, Darmstadt, Heppenheim, Rüsselsheim, Weilburg, Geisenheim, Aschaffenburg, Kassel, Fulda und Bad Nauheim präsentieren. Außerdem ist sie zu Gast im Leipziger Gewandhaus und beim Bachfest Leipzig, in der Essener und in der Kölner Philharmonie und beim Guimãres Jazzfestival in Portugal.

Zehntes Jahr mit Jim Mc Neely

Gerade wurde der Vertrag mit Jim McNeely als Chefdirigent der hr-Bigband für weitere zwei Jahre mit der Option auf ein zusätzliches Jahr verlängert. „Ich freue mich sehr über den neuen Vertrag als Chefdirigent der hr-Bigband, es wird meine zehnte Saison als Chefdirigent, in der ich sieben Projekte leiten werde, bei denen wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Jazz zelebrieren werden", sagt Jim McNeely. Er freue sich auch sehr, hoffentlich bald wieder nach Frankfurt kommen zu können, um mit der Band zu arbeiten.

Die hr-Bigband beim Festival „sounds of finland"

Denkt man an Finnland, hat man meist menschenleere Wälder, Nordlichter und weite Seenlandschaften vor Augen. Die Komponistin Outi Tarkiainen sieht auch die Musik „als eine Kraft der Natur, die einen Menschen überfluten und sogar ganze Schicksale verändern kann". Ihre Musik wird an beiden Konzertabenden erklingen, die die hr-Bigband zum Festival beisteuert. Mit dabei sind außerdem der diesjährige „Artist in Residence" des hr-Sinfonieorchesters, Pekka Kuusisto, und der Saxofonist Jukka Perko.

Neue Talente

Bei „Fresh Sound – New Talent", der Reihe für neue Stimmen in der Jazzszene, präsentiert sich Hendrika Entzian dem Frankfurter Publikum. Entgegen ihrem alpin klingenden Namen stammt die Musikerin allerdings aus Kiel und wurde 2018 mit dem WDR-Jazzpreis ausgezeichnet. Mittlerweile schreibt und arrangiert die Jazzbassistin und Komponistin regelmäßig auch für große Besetzungen. 2019 bot die hr-Bigband erstmals ein neues Jazz-Gesprächskonzert für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren an. Nun kommt „Jazz went up the river" wieder und zeigt den jungen Leuten, wo diese Musik ihren Ursprung hat und wo sie mittlerweile überall zu hören ist. Außerdem setzt die hr-Bigband ihr Format „Fast alles über Jazz" fort, bei dem die Musiker in einem kleinen Ensemble direkt in die Schulklasse kommen. Für diese außergewöhnliche Musikstunde können sich Klassen über das Netzwerk „Musik und Schule" bewerben. Das Netzwerk schreibt ebenfalls die seit Jahren beliebte Hessen-Schultour aus, zu der die hr-Bigband im Juli 2021 aufbrechen wird. Ebenfalls in die nächste Saison verschoben ist das alljährliche Kinderkonzert, das sich der Geschichte von „Peter und der Wolf" jazzmusikalisch annimmt.

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