Stadttheater Hildesheim. Foto: Andreas Hartmann
Stadttheater Hildesheim. Foto: Andreas Hartmann

Hochzeit des Figaro ohne Rezitative

Das Theater für Niedersachsen startet mit einem Klassiker in ungewohnter Fassung in die Spielzeit 2018/19. Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ wird in Hildesheim nach über 200 Jahren wieder als deutsches Singspiel auf der Bühne zu erleben sein.

Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“ über die Wege und Irrwege zwischenmenschlicher Bedürfnisse im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen und Machtkonstellationen ist eines der ewigen Meisterwerke des Musiktheaters. Wie kaum eine andere Oper spielt sie mühelos auf der Klaviatur der Gefühle, zwischen Liebe und Leidenschaft, Intrige und Happy End.

Unter der Musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Florian Ziemen und in einer Neuinszenierung des jungen Regisseurs Wolfgang Nägele eröffnet dieser Klassiker am 15. September die Musiktheater-Saison des Theaters für Niedersachsen in Hildesheim. Das Publikum erwartet neben der Musik Mozarts eine besondere „Figaro“-Fassung, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr auf der Bühne zu erleben war.

Statt der instrumental begleiteten Rezitative zeigt das Hildesheimer Theater eine Version mit deutschen, gesprochenen Dialogen. Damit bringt es die Rekonstruktion einer verloren gegangenen Aufführungspraxis auf die Bühne, die zur Entstehungszeit des „Figaro“ nicht nur weitverbreitet war, sondern auch große Wertschätzung in der Bevölkerung und bei Mozart selbst erfahren hat und somit auch als Vorreiter für die Entstehung einer deutschen Opernkultur gilt. Für die damals zeitgenössische Übertragung des Da-Ponte-Texts zeichnen Christian August Vulpius (gesprochene Dialoge) und Adolph Knigge (gesungene Dialoge) verantwortlich.

Zur Übersicht