Hans Drewanz. Bild: Nils Heck
Hans Drewanz. Bild: Nils Heck

Abschied von Hans Drewanz

Das Staatstheater Darmstadt erinnert an seinen ehemaligen Generalmusikdirektor Hans Drewanz, der im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Drewanz wurde am 2. Dezember 1929 in Dresden geboren und wuchs in Berlin auf. Nach dem Studium an der Musikhochschule Frankfurt am Main wurde er Studienleiter und persönlicher Assistent von Sir Georg Solti an der Frankfurter Oper. 1963 als jüngster Generalmusikdirektor nach Darmstadt berufen, leitete er dort über drei Jahrzehnte das Opern- und Konzertleben und führte durch kontinuierliche künstlerische Arbeit die Tradition dieser Stadt fort, die von Karl Böhm über Gustav Rudolf Sellner bis zu den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik reicht. Als Professor an der Musikhochschule Saarbrücken bildete Hans Drewanz zudem seit 1984 den Nachwuchs aus.

Für seine Verdienste um das Musikleben der Stadt Darmstadt wurde Drewanz 1994 mit der „Goethe-Plakette des Landes Hessen", der höchsten Auszeichnung des Kultusministeriums sowie mit der höchsten Auszeichnung der Stadt Darmstadt, der „Silbernen Verdienstplakette", geehrt. Auch der Darmstädter Musikpreis 2014 wurde ihm zuerkannt.

Neben den Werken der Klassik und Romantik, die zu den Eckpfeilern seiner Arbeit gehören, brachte er durch die Vergabe von Kompositionsaufträgen junge Tonkünstler zu Gehör. Die kontinuierliche Pflege der Werke Gustav Mahlers, der Repräsentanten der Wiener Schule, Karl Amadeus Hartmanns und Dmitri Schostakowitschs bis hin zu den Komponisten der jüngeren Generation von Aribert Reimann bis Matthias Pintscher kennzeichnen die Spannweite des Repertoires von Hans Drewanz. Mit dem großen Spektrum seines Repertoires wirkte Drewanz auch weit über die Grenzen Darmstadts hinaus. Besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit war immer wieder die Oper. So dirigierte Drewanz regelmäßig an großen Bühnen (Düsseldorf/ Duisburg, Frankfurt am Main, Nationaltheater in München). Besonders in Erinnerung bleiben die Aufführungen von Hans Werner Henzes „Prinz von Homburg" und Othmar Schoecks „Penthesilia" am Staatstheater Darmstadt.

Die Konzertprogramme seiner Ära listen alle Klassiker des 20. Jahrhunderts auf. Als Konzertdirigent gastierte Drewanz unter anderem in Finnland, Frankreich, Holland, Italien, Polen und Schweden. Eine besonders langjährige, regelmäßige Zusammenarbeit verband ihn mit dem Yomiuri-Orchester in Tokio und dem NHK-Orchester. Mit Mendelssohns Reformations-Sinfonie und dem Schlagzeugkonzert „Veni Emmanuel" von James MacMillan leitete er Ende März 2019 sein letztes Konzert mit dem Staatsorchester Darmstadt.

In seiner Arbeit legte er bewusst den Schwerpunkt darauf, mit Musik für seine Heimat-Stadt präsent zu sein, da für ihn Musik und Kultur im Allgemeinen ein wichtiger Baustein für das existentielle Leben einer Stadt waren.

Zur Übersicht

FonoForum-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im FonoForum-Newsletter.

Jetzt registrieren