Komponistin Unsuk Chin. Foto: Priska Ketterer
Komponistin Unsuk Chin. Foto: Priska Ketterer

Hamburger Bach-Preis an Unsuk Chin

Die koreanische Komponistin Unsuk Chin wird für ihr künstlerisches Schaffen und ihren Beitrag zur zeitgenössischen Musik mit dem wichtigsten Musikpreis der Hansestadt ausgezeichnet.

Unsuk Chins künstlerischer Werdegang als Schülerin Ligetis ist eng mit Hamburg verbunden. Der Bach-Preis wurde anlässlich des 200. Todestages von Johann Sebastian Bach im Jahr 1950 vom Hamburger Senat ins Leben gerufen und wird alle vier Jahre vergeben.

Mit der aus Südkorea stammenden Komponistin wird eine Künstlerin ausgezeichnet, die eine wichtige Phase ihres künstlerischen Werdeganges in Hamburg verbracht hat und deren eigenwilliges und einzigartiges Schaffen heute weltweit Anerkennung findet. Ihr Einfluss auf die zeitgenössische Musik ist herausragend. „Klarheit, Fasslichkeit" und „höchste Finesse" attestiert ihr Kent Nagano, unter dessen Leitung ihre 2007 zur „Oper des Jahres" gekürte Oper „Alice in Wonderland" uraufgeführt wurde.

Unsuk Chin wurde 1961 in Seoul, Südkorea, geboren. Sie studierte zunächst Komposition an der Seoul National University. Durch ein Stipendium bekam sie anschließend die Möglichkeit, sich in der Kompositionsklasse bei György Ligeti an der damaligen Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Künste musikalisch weiterzuentwickeln. 1988 zog Chin nach Berlin, wo sie im Tonstudio der dortigen Technischen Universität mehrere Jahre als freischaffende Komponistin tätig war. Im Auftrag des Nieuw Ensemble entstand 1991 das Werk „Akrostichon-Wortspiel", mit dem Chin der musikalische Durchbruch gelang. Seitdem arbeitete Unsuk Chin mit vielen bedeutenden Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Alan Gilbert, und Péter Eötvös zusammen. Besonders intensiv hat sich ihre Zusammenarbeit mit Kent Nagano entwickelt, der bisher Uraufführungen von gleich sechs ihrer Werke initiierte. Chin war unter anderem Composer-in-Residence beim Lucerne Festival, beim Acht-Brücken-Festival der Kölner Philharmonie, beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und beim Seoul Philharmonic Orchestra.

Wie ihr ehemaliger Lehrer Ligeti steht Unsuk Chin in besonderer Weise für die Förderung zeitgenössischer Musik. So wurde sie 2011, auf Einladung von Esa-Pekka Salonen, Leiterin der „Music of Today"-Reihe des London Philharmonic Orchestra. Viele herausragende Orchester und Ensembles, wie das London Philharmonic Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, die Berliner Philharmoniker, das Ensemble intercontemporain und das Kronos Quartett haben ihre Werke gespielt.

Das NDR Elbphilharmonie Orchester und das BBC Symphony Orchestra widmeten ihr eigene Portrait-Konzerte. Für ihr künstlerisches Schaffen erhielt Unsuk Chin unter anderem den Grawemeyer Award und den Arnold-Schönberg-Preis, den Preis für musikalische Kompositionen der Stiftung Fürst Pierre von Monaco und dem Wihuri-Sibelius-Preis.

Der Bach-Preis der Stadt Hamburg

1950 wurde der Bach-Preis von Senat und Bürgerschaft gestiftet. Er wird alle vier Jahre verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Davon erhält der Preisträger 10.000 Euro, 5.000 Euro sind für Stipendien vorgesehen. Als Preisträger können Komponisten und Komponistinnen ausgewählt werden, "deren Werke unter dem hohen Anspruch, den der Namensgeber des Preises setzt, Auszeichnung verdienen". Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Paul Hindemith (1951), Ernst Krenek (1966), György Ligeti (1975), Alfred Schnittke (1992), Sofia Gubaidulina (2007) und zuletzt Pierre Boulez (2015).

Mitglieder des Preisrichterkollegiums

- Dr. Christiane Albiez, Unternehmenssprecherin der Schott Music GmbH

- Achim Dobschall, Leitung des Bereichs Orchester, Chor & Konzerte im NDR

- Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für Musik und Theater

- Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant von Elbphilharmonie und Laeiszhalle

- Kent Nagano, Generalmusikdirektor der Staatsoper Hamburg

- Prof. Dr. Rebecca Saunders, Komponistin und Professorin für Komposition

- Dagmar Sikorski, Internationale Musikverlage Sikorski GmbH

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