Partitur Il Messias auf Ruckersnachbau. Bild: Thomas Ziegler
Partitur Il Messias auf Ruckersnachbau. Bild: Thomas Ziegler

Messias auf Italienisch

Stiftung Händel-Haus: Wertvoller Ankauf einer verschollen geglaubten Handschrift von Händels „Messiah“.

Die verschollen geglaubte Partitur-Handschrift der ersten Aufführung des Händel-Oratoriums „Messiah“ außerhalb Großbritanniens und Irlands wurde im Händel-Haus in Halle (Saale) der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich um ein äußerst wertvolles und bedeutendes Dokument der Rezeptionsgeschichte Händelscher Musik. Das Oratorium „Messiah“ wurde in italienischer Übersetzung („Il Messia“) und in einer Bearbeitung in den Jahren zwischen 1768 und 1772 in Florenz aufgeführt. Die Stiftung Händel-Haus konnte die Partitur dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung der Saalesparkasse und des Landes Sachsen-Anhalt erwerben. 
 
Die Stiftung Händel-Haus hat eine der umfassendsten Noten-Sammlungen, in der sich die Rezeptionsgeschichte der Händelschen Musik widerspiegelt. Die nun neu erworbene, als verschollen geglaubte, vollständige Partitur-Handschrift des italienischen „Il Messia“ um 1770 ist dabei eines der wertvollsten Objekte dieser Sammlung. Sowohl das Büttenpapier als auch der marmorierte Einband stammen offensichtlich aus der Entstehungszeit. Sie zeigt einen Abgleich der Texte zwischen Handschrift und Libretto-Drucken sowie einen Abgleich einer erhaltenen Kontrabass- und Violoncello-Stimme mit der Partitur-Handschrift. Im August 1768 wurde „Il Messia“ erstmals in Florenz aufgeführt. Hierüber berichtete die „Gazzetta Toscana“. Weitere dokumentierte Aufführungen fanden in den Jahren 1769, 1770 und 1772 statt. „Il Messia“ war somit ein zentrales Werk der Händel-Rezeption in Florenz zwischen 1768 und 1772. Die Partitur kann nun wissenschaftlich ausgewertet und erschlossen werden. Zurzeit ist die Stiftung Händel-Haus auch in Gesprächen mit verschiedenen Institutionen, um eine zukünftige Aufführung zu realisieren.
 
 

Zur Übersicht