Francois-Xavier Roth und das Kölner Gürzenich-Orchester in der Probenarbeit. Bild: Holger Talinski
Francois-Xavier Roth und das Kölner Gürzenich-Orchester in der Probenarbeit. Bild: Holger Talinski

Gürzenich-Orchester blickt nach vorne und zurück

In seiner sechsten Spielzeit begibt sich François-Xavier Roth mit den Musikern des Gürzenich-Orchesters auf die Suche nach den eigenen Wurzeln.

Das Kölner Gürzenich-Orchester begibt sich in der Saison 2020/21 auf die Spuren seiner langjährigen Geschichte, widmet sich in einem Saisonschwerpunkt dem ungarischen Komponisten Béla Bartók, feiert im Neujahrskonzert 1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland, begegnet im Rahmen einer Künstlerresidenz mit drei Konzerten dem amerikanischen Pianisten Emanuel Ax und hinterfragt seine eigenen musikalischen Prägungen.

»Musik formt uns als Menschen, gestaltet unser Miteinander, unser Leben. Genau das ist es, was uns immer wieder aufs Neue fasziniert! In unserer globalen Welt sind wir den unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, die eigenen Wurzeln sprechen zu lassen und die persönliche Vielseitigkeit zu feiern. In diesem Sinne verstehen wir das Orchester auch als ein Laboratorium, mit dem wir in die Zukunft wirken – indem wir in direkten Kontakt mit unserem Publikum treten und uns mit den vielfältigen Musik- und Kunstszenen Kölns vernetzen«, so Gürzenich-Kapellmeister François-Xavier Roth.

Für die neue Konzertreihe »Offbeat« verlässt das Gürzenich-Orchester den vertrauten Konzertsaal und gestaltet mit Melting Pot des österreichischen Komponisten Bernhard Gander ein großes Konzert mit Künstlern aus der Kölner Rap-, DJ-, Poetry Slam-, Beatbox- und Breakdance-Szene. Die Vielseitigkeit heutigen Komponierens spiegelt sich in den neuen Werken von Georg Friedrich Haas (Österreich), Martón Illés (Ungarn), Michael Jarrell (Schweiz), Malika Kishino (Japan), Vassos Nicolaou (Zypern) und Ayanna Witter-Johnson (England) wider. Darüber hinaus stehen aktuelle Kompositionen von Peter Eötvös (Ungarn), Andrew Norman (USA) und Donghoon Shin (Südkorea) auf dem Programm. François-Xavier Roth setzt in dieser Saison seinen Konzertzyklus »Bruckner, der Moderne« fort. Bis zum 200. Geburtstag von Anton Bruckner im Jahr 2024 wird das Gürzenich-Orchester mit Chefdirigent François-Xavier Roth sämtliche Bruckner-Sinfonien einspielen.

Zur Saisoneröffnung debütiert Pianistin Yuja Wang mit Skrjabin beim Gürzenich-Orchester, Kirill Gerstein stellt sich den Herausforderungen des 1. Klavierkonzerts von Johannes Brahms, während Emanuel Ax das 2. Klavierkonzert von Brahms interpretiert. Auch die Riege prominenter Violinvirtuosen ist mit Renaud Capuçon, Arabella Steinbacher, Frank Peter Zimmermann und Isabelle Faust hochkarätig besetzt. Darüber hinaus werden die Cellistin Raphaela Gromes, die Klarinettistin Sharon Kam und der Schlagzeuger Christoph Sietzen ihr Debüt beim Gürzenich-Orchester feiern. Ein Wiedersehen gibt es mit der Pianistin Yeol Eum Son, der Trompeterin Tine Thing Helseth sowie der Stimmkünstlerin Tora Augestad. Am Pult des Gürzenich-Orchesters werden erstmals Joshua Weilerstein beim Neujahrskonzert, Fabien Gabel mit einem Korngold-Programm und Peter Eötvös mit eigenen Kompositionen zu erleben sein. Mit Karina Canellakis, Nicholas Collon, Dmitrij Kitajenko und Michael Sanderling kehren vertraute Künstler zum Gürzenich-Orchester in die Kölner Philharmonie zurück.

Zur Übersicht