Gianluigi Gelmetti | Rossini: Zelmira

Gianluigi Gelmetti | Rossini: Zelmira

Rossinis letzte Oper für das Teatro San Carlo in Neapel ist heute außer bei den Rossini-Festivals in Pe­saro und Wildbad so gut wie aus dem Bewusstsein verschwunden. Dabei ist das Stück musikalisch-kompositorisch eines der stärksten des italienischen Opern-Meisters.


Nur zwei Monate nach der Uraufführung am 16. Februar 1822 wurde „Zelmira“ auch in Wien gespielt. Rossini sah die Oper als seine musikalische Visitenkarte für die habsburgische Metropole an. Die Oper wirkt mit ihrer avancierten Chromatik gewagt, hat faszinierende Ensembles, einen dramatisch packenden psychologisierenden Orchestersatz mit herrlichen Instrumentalsoli und atemberaubende Arien für die Titelpartie – Rossinis spätere Frau, Isabella Colbran – und die männliche (Tenor-)Hauptpartie, Ilo, trojanischer Prinz und Zelmiras Gatte.
Die Protagonistin muss sich gegen Verleumdungen wehren. Sie soll den Tod ihres Vaters Polidoro, des vertriebenen Königs von Lesbos, verschuldet haben – in Wirklichkeit lebt er, weil Zelmira ihn versteckt –, und auch ihren Gatten töten wollen. Natürlich siegt Zelmiras Edelmut über diese Anschuldigungen ihrer Widersacher Antenore und Leucippo. Und der rechtmäßige Herrscher wird wieder eingesetzt.
Sängerisch ist dieser Live-Mitschnitt aus Wildbad gut besetzt, herausragend Mert Süngü mit seinem flexiblen Tenor als Ilo. Aber auch Silvia Della Benetta als Zelmira überzeugt mit ihrem ausgewogenen und koloratursicheren Sopran, mit kleinen Einschränkungen folgen Bassist Federico Sacchi als Polidoro und Joshua Stewart als Antenore. Gianluigi Gelmetti trifft am Pult der Virtuosi Brunensis den leichten und rhythmisch pulsierenden Rossini-Ton mit dramatischem Einschlag zu rechter Zeit. Eine sehr lohnende Einspielung.

Elisabeth Richter

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Musik:
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Klang:
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Rossini: Zelmira; Silvia Della Benetta, Mert Süngü, Federico Sacchi u. a., Górecki Kammerchor Krakau, Virtuosi Brunensis, Gianluigi Gelmetti (2017); Naxos (3 CDs)

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