Pianistin und Komponistin Gabriela Montero an der Komischen Oper Berlin. Foto: Sheila Rock
Pianistin und Komponistin Gabriela Montero an der Komischen Oper Berlin. Foto: Sheila Rock

Gabriela Montero: die Wahrheit über Venezuela

Während Maestro Dudamel sich mit einem sonnigen Entwurf von Venezuela in die Weltöffentlichkeit begeben hat, will die Pianistin Gabriela Montero "bewusst machen, wie es in Venezuela wirklich zugeht." Das tut sie auch als Komponistin - zu hören demnächst in Berlin und in Leipzig.

Die venezolanische Pianistin Gabriela Montero steht im Fokus des fünften Sinfoniekonzerts des Orchesters der Komischen Oper Berlin am 25. März. Mit Mozarts Klavierkonzert in d-Moll interpretiert sie ein fast frühromantisches Schlüsselwerk und stellt sich dann mit ihrer eigenen Schöpfung ExPatria, einer Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Situation ihrer Heimat, als zeitgenössische Komponistin vor.

Unter der Leitung von Dirigent Patrick Lange, der 2008 bis 2012 als Erster Kapellmeister und Chefdirigent an der Komischen Oper Berlin gewirkt hat, wartet das Orchester der Komischen Oper Berlin im zweiten Teil des Konzerts mit einem Werk der Romantik auf: Johannes Brahmsʼ Sinfonie Nr. 2 in D-Dur.

Gabriela Montero ist als herausragende Interpretin des Klavierrepertoires international gefragt und hat sich darüber hinaus durch ihre Fähigkeit zur Improvisation und zum spontanen Komponieren einen Namen gemacht – und als Kritikerin der politischen Verhältnisse in ihrem Heimatland. Zwei bekannte Werke der Klassik bzw. Romantik rahmen in ihrem nunmehr dritten Konzert an der Komischen Oper Berlin ihre erste Komposition, die sie »dem Volk von Venezuela und den [laut einem Bericht des Observatorio Venezolano de Violencia, Anm.] 19.336 Venezolanern, die 2011 ermordet wurden« widmete.

"Ich bin für meine klassischen Improvisationen bekannt, und natürlich ist Komponieren der nächste logische Schritt", sagt die Pianistin und Komponistin. "Ich wollte Musik über etwas schreiben, das mir wichtig ist, mir besonders am Herzen liegt. ExPatria ist im Grunde die ganz menschliche, emotionale Reaktion einer Venezolanerin auf die Lage in meinem Land, auf die unglaubliche Gewalt, die wir dort haben, und die Korruption. Ich habe dieses Stück geschrieben, um Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken, über das nicht oft gesprochen wird; um Menschen bewusst zu machen, wie es in Venezuela wirklich zugeht." Ihre zweite Arbeit, das Klavierkonzert Latin, wird am 20. März im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt.

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