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Vitali Alekseenok. Foto: Viktor Andriichenko
Vitali Alekseenok. Foto: Viktor Andriichenko

Freude in Weimar über Erfolge für Dirigierstudenten

Doppelt erfolgreich: Weimarer Dirigierstudierende gewinnen erste Preise beim Deutschen Dirigentenpreis in Köln und beim „Arturo Toscanini“ International Conducting Competition in Parma.

Freude an der Hochschule Franz Liszt in Weimar: Die Weimarer Studierenden Martijn Dendievel und Vitali Alekseenok gewannen zeitgleich zwei der renommiertesten Dirigierwettbewerbe. Der Masterstudent Martijn Dendievel aus der Klasse von Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik wurde in Köln mit dem ersten Preis beim Deutschen Dirigentenpreis ausgezeichnet. Sein Kommilitone Vitali Alekseenok, ebenfalls Masterstudent bei Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik, erhielt den ersten Preis beim 11th „Arturo Toscanini“ International Conducting Competition im italienischen Parma.

Der Deutsche Dirigentenpreis, veranstaltet vom Deutschen Musikrat, fand vom 18. bis 23. Oktober zum dritten Mal in Köln statt. Martijn Dendievel setzte sich in drei Wertungsrunden gegen zwölf Teilnehmer durch, die eine elfköpfige Jury unter Vorsitz des Dirigenten Markus Stenz vorab aus 274 Bewerbungen ausgewählt hatte. Im Finalkonzert mit dem WDR Sinfonieorchester und dem Gürzenich-Orchester Köln dirigierte Martijn Dendievel „Le tombeau de Couperin“ von Maurice Ravel und das Sextett „Alla bella Despinetta“ aus der Oper „Così fan tutte“ von W. A. Mozart.

„Diesen Preis zu gewinnen ist mit Sicherheit eine wichtige Anerkennung. Doch mehr noch als nur den Preis zu gewinnen, war ich vor allem glücklich, dass die investierte Zeit und Energie von einer professionellen Jury geschätzt und belohnt wird. Die schwere Aufgabe folgt nun, dem Preis gerecht zu werden und in den Engagements die folgen werden, ebenfalls die bestmögliche Arbeit zu machen“, so Martijn Dendievel. Den zweiten Preis erhielt Aivis Greters aus Lettland. Hangyul Chung aus Südkorea wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Der „Arturo Toscanini“ International Conducting Competition wird von der Arturo Toscanini Foundation ausgetragen. Intendanten und Generalmusikdirektoren der wichtigsten Opernhäuser der Welt bildeten die achtköpfige Jury unter dem Vorsitz des Dirigenten Fabio Luisi. Insgesamt zwölf Teilnehmer hatten sie für die drei Wettbewerbsrunden ausgewählt. Das Programm des Wettbewerbs umfasste in diesem Jahr ausschließlich Opernrepertoire. Beim Finale mit „La Toscanini“, dem Philharmonischen Orchester von Parma, dirigierte Vitali Alekseenok im Teatro Regio von Parma ein Duett aus Rossinis „Tancredi“ und den ersten Akt von Verdis „Macbeth“.

„Der Wettbewerb war von einem sehr hohen Niveau geprägt. Die italienische Oper interessiert mich schon seit einigen Jahren. Somit konnte ich genau das zeigen, was mich schon lange umtreibt. Ich freue mich sehr, dass die Jury und das Ensemble aus Orchester, Chor und Solisten das gewürdigt haben“, erzählt der Weimarer Student. Neben dem mit 15.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt er den Publikumspreis, den Preis für die beste Aufführung eines Verdi-Duetts sowie den Preis des Conservatorio di Musica „Giuseppe Verdi“ di Milano. Sasha Yankevych aus der Ukraine gewann den zweiten Preis sowie den Orchesterpreis. Der dritte Preis ging an den Österreicher Felix Hornbacher.

Martijn Dendievel wurde 1995 in Belgien geboren. Er ist Assistenz-Dirigent beim Symfonieorkest Vlaanderen und wird seit 2018 durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats gefördert. 2018 gewann er den ersten Preis beim MDR-Dirigierwettbewerb in Leipzig, 2019 den ersten Preis und Publikumspreis beim Louis-Spohr-Dirigierwettbewerb in Kassel. Im Mai 2021 gewann er außerdem die Conductor’s Academy des Tonhalle-Orchester. Martijn Dendievel lernte früh das Violinspiel, wechselte dann zum Violoncello. Als 14-Jähriger wurde er als Jungstudent am Konservatorium in Brüssel aufgenommen, wo er ein Bachelorstudium in Musiktheorie mit Auszeichnung abschloss.

Im Jahr 2014 begann Martijn Dendievel sein Studium im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bei Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik. Parallel besuchte er Meisterkurse bei Bernard Haitink, Christian Thielemann und Iván Fischer. Er gastierte beim Belgischen Nationalorchester, der Jenaer Philharmonie und der Staatskapelle Weimar. Des Weiteren dirigierte er bereits das Royal Concertgebouw Orchestra, das Antwerp Symphony Orchestra sowie die Bremer Philharmoniker. Im Dezember 2019 feierte er sein Dirigierdebüt im Concertgebouw Amsterdam mit dem Symfonieorkest Vlaanderen.

Der weißrussische Dirigent Vitali Alekseenok ist seit der Spielzeit 2021/22 Chefdirigent des Monferrato Classic Orchestra der Region Piemont in Italien und seit Juni 2021 neuer künstlerischer Leiter des Kharkiv Music Fest. Darüber hinaus ist er seit 2017 Dirigent und künstlerischer Leiter des Münchner Universitätsorchesters. Er dirigierte u. a. das MDR-Sinfonieorchester, die Staatskapelle Weimar, das Kiewer Sinfonieorchester, das Karlsbader Sinfonieorchester und die Jenaer Philharmonie und wirkte als Operndirigent an den Opernhäusern in München, Barcelona, Weimar, Graz, Orvieto, Varna und Kiew.

Vitali Alekseenok ist Gründer und künstlerischer Leiter des „Ensembles paradigme“, das Werke von Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts aufführt. Daneben engagiert er sich aktiv in der pädagogischen Arbeit: Er war Jurymitglied des deutschen Musikwettbewerbs „Jugend musiziert“, führte Bildungsprojekte in West- und Osteuropa durch und leitete zahlreiche Jugendorchester in Deutschland, Italien, Polen und der Ukraine. Seit der Spielzeit 2020/21 ist er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main tätig.

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