Inga-Britt Andersson. Foto: Madelaine Grambow
Inga-Britt Andersson. Foto: Madelaine Grambow

Flüchtlingsdrama in Bremerhaven

Dass ausgerechnet das Theater in Bremerhaven, Sitz des Deutschen Auswandererhauses, die Oper "Der Konsul" von Gian Carlo Menotti spielt, animiert zu vielen gedanklichen und politischen Verknüpfungen.

Der Konsul von Gian Carlo Menotti feiert am Samstag, dem 17. März 2018, um 19:30 Uhr Premiere im Großen Haus des Stadttheaters Bremerhaven. Matthias Oldag inszeniert die Oper, die musikalisch in den Händen vom Generalmusikdirektor Marc Niemann liegt. Neben dem Bremerhavener Musiktheaterensemble mit Patrizia Häusermann, Leo Yeun-Ku Chu, Tijana Grujic, Alice Fuder und MacKenzie Gallinger sowie vom Opernchor Michaela Weintritt, Daniel Dimitrov und Róbert Tóth sind als Gäste erstmals Sünne Peters und Timothy Sharp sowie die dem Bremerhavener Publikum bereits bekannte Sopranistin Inga-Britt Andersson als Solisten zu erleben.  

„Irgendwo in Europa“ hat Gian Carlo Menotti, amerikanischer Komponist italienischer Abstammung, seiner Oper vorangestellt. John Sorel ist ein politisch Verfolgter und hält sich versteckt. Seine Frau Magda sieht nur noch einen Ausweg: für sich und ihren Mann die Einreise-Erlaubnis in ein freies Land zu erwerben. Die bekommt man nur in einem Konsulat – doch nach welchem System bleibt undurchschaubar. Vor der Tür des Konsuls, der selbst nie die Szene betritt, entscheidet seine Sekretärin über Leben oder Tod. Sie verwehrt Magda und ihrem Mann das Visum. Magda gibt jede Hoffnung auf: Sie nimmt sich das Leben.

Eine quälende und einfache Handlung, die durch Menottis Musik, die an Puccini erinnert, zu einem erschütternden Drama wird. Für Der Konsul, 1950 in Philadelphia uraufgeführt, erhielt Menotti den Pulitzer-Preis. Es ist ein in Musik gesetzter Protest gegen unmenschliche Bürokratie, der Aufschrei des in die Räder der Staatsmaschinerie geratenen Einzelmenschen – damals, heute, morgen, überall auf der Welt.  

 

Zur Übersicht