Settimane Musicali von Ascona in der Kirche San Francesco. Bild: Daniel Vass
Settimane Musicali von Ascona in der Kirche San Francesco. Bild: Daniel Vass

Festival in Ascona

Die 74. Ausgabe der Settimane musicali Ascona steht unter der Leitung des Pianisten Francesco Piemontesi.

Sie umfasst 11 Konzerte in der Kirche San Francesco in Locarno und in der Kirche des Collegio Papio in Ascona sowie zwei Matineen in der Sopracenerina, die den jungen Stars von morgen gewidmet sind.

Ein Höhepunkt findet am Sonntag, 8. September, statt und ist dem Catalogue d’oiseaux von Olivier Messiaen gewidmet. Er war einer der herausragendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, begeisterter Ornithologe und schöpfte seine Inspiration für die Musik auch aus der Vogelwelt. Er zeichnete die Rufe der Vögel Frankreichs auf und verwendete sie vor allem für seine Klavierwerke, unter anderem in seinem berühmtesten Werk, dem Catalogue d’oiseaux. Das höchst anspruchsvolle und selten aufgeführte Stück wird vom weltweit bekannten Pianisten Pierre-Laurent Aimard im Freien und an vier Tageszeiten aufgeführt: bei Sonnenaufgang im Lido von Ascona, um 12 Uhr auf dem Monte Verità, bei Sonnenuntergang auf dem Platz vor der Kirche von Ronco sopra Ascona und bei Einbruch der Nacht in der Kirche des Collegio del Papio. Eine aussergewöhnliche Begegnung von Musik und Natur.

Zum reichhaltigen Programm gehört auch eines der berühmtesten Künstlerpaare der klassischen Musik. Charles Dutoit und Martha Argerich sind am 9. September mit dem Orchestra della Svizzera italiana zu hören. Weitere musikalische Höhepunkte sind die Auftritte des Emerson Quartet (4. Oktober), des grossen kanadischen Pianisten André Hamelin (16. September) und von Renaud Capuçon, der am 27. September zusammen mit Francesco Piemontesi in drei Sonaten für Klavier und Violine von Mozart und César Franck zu hören sein wird.

Das gefeierte Rotterdam Philharmonic Orchestra wird das Festival 2019 am 4. September mit dem letzten Konzert für Klavier und Orchester von Mozart und der fünften Sinfonie von Bruckner eröffnen. Ein weiterer Höhepunkt ist der Bühnenauftritt des Pianisten Lahav Shani.

Weitere Formationen von internationalem Renommee sind das Chamber Orchestra of Europe (das am 18. September mit Francesco Piemontesi in der Rolle des Solisten in einem Brahms, Haydn, Liszt und Bartok gewidmeten Konzert auftritt) und das Finnish Radio Symphony Orchestra (2. Oktober), das erstmals Gast der Settimane ist und sich Brahms, Sibelius und der grossen nordischen Tradition verschrieben hat.

Neben einem Mozart-Abend mit dem Ensemble Zefiro (zu hören sind am 23. September die Gran Partita und einige der bekanntesten Arien aus Figaros Hochzeit) versetzt das Basler Barockorchester und Vokalensemble La Cetra das Publikum mit Musik von Claudio Monteverdi und weiteren zeitgenössischen Komponisten in die sakrale Stimmung der Vesperriten, die besonders im florierenden Venedig des 17. Jahrhunderts gefeiert wurden (13. September).

Den Abschluss der 74. Ausgabe der Settimane Musicali bildet das Orchestra della Svizzera italiana unter der Leitung von Markus Poschner (11. Oktober) mit einem Konzert, dessen Spannweite sich von Haydn bis Bartok erstreckt und in dem das Thema des Vogelgesangs mit Pierre-Laurent Aimard und dem Werk Oiseaux Exotiques von Messiaen wieder aufgenommen wird.

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