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Christof Schläger. Foto: Gregor Schläger
Christof Schläger. Foto: Gregor Schläger

Festival für Neue Musik NOW!

Im Herbst wird Essen wieder zum Zentrum für zeitgenössische Klänge.

Vom 27. Oktober bis zum 7. November 2021 lädt die Philharmonie Essen gemeinsam mit der Folkwang Universität der Künste, der Stiftung Zollverein und dem Landesmusikrat NRW zum Festival NOW! ein. Ermöglicht wird das Festival auch in diesem Jahr maßgeblich von der Kunststiftung NRW und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. 20 Veranstaltungen, 13 Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen in unterschiedlichsten Besetzungen, eine Klanginstallation, zwei Workshops sowie ein Schulprojekt spannen unter dem diesjährigen Motto „Mikrokosmos – Makrokosmos“ einen Bogen von der feingliedrigen Mikrotonalität bis zu fernen Klangräumen. Veranstaltungsorte sind die Philharmonie Essen, die Folkwang Universität der Künste, das UNESCO-Welterbe Zollverein und das Museum Folkwang.

Das Programm in der Philharmonie Essen

Das Festival beginnt mit einem spektakulären Auftaktkonzert am 29. Oktober: Für die deutsche Erstaufführung (in der originalen Fassung für Harmonieorchester) von „LUZIFERs TANZ“ aus Karlheinz Stockhausens Mega-Opus „LICHT“ kooperieren alle fünf Musikhochschulen aus Nordrhein-Westfalen (Essen, Köln, Münster, Düsseldorf, Detmold) miteinander. 70 Bläser*innen und 10 Schlagzeuger*innen werden sich dazu auf den Emporen im Alfried Krupp Saal positionieren und mit entsprechender Ausleuchtung die Fratze Luzifers symbolisieren. Die musikalische Leitung hat mit Adrian Heger ein früherer Schüler des Komponisten.

Namhafte Orchester, Ensembles und Solist*innen sind auch im weiteren Verlauf des Festivals Garanten für Interpretationen auf höchstem Niveau. Das hr-Sinfonieorchester (30.10.), das SWR Symphonieorchester (6.11.) sowie die Neue Philharmonie Westfalen (7.11.) stellen in ihren Konzerten neue Orchesterwerke von Annesley Black, Beat Furrer, Nicolaus A. Huber, Maximilian Marcoll und Ying Wang Klassikern der Neuen Musik von Arnold Schönberg, Helmut Lachenmann, Olivier Messiaen, Tristan Murail und Luigi Nono gegenüber. Das Ensemble Musikfabrik bringt das neue Werk „TRANSIT“ des dänischen Komponisten und Trägers des Musikpreises der Ernst von Siemens Musikstiftung sowie des Mauricio Kagel Musikpreises der Kunststiftung NRW (jeweils 2017), Simon Steen-Andersen, zur Uraufführung (31.10.). Das Ensemble Modern präsentiert erstmals die Collage „Hauch“ für Musik und Tanz von Rebecca Saunders, die 2019 mit dem Hauptpreis der Ernst von Siemens Stiftung ausgezeichnet wurde (4.11.). Zu den international erstklassigen kammermusikalischen Ensembles gehören das Trio Catch (31.10.) und das Quatuor Diotima (7.11.), die unter anderem mit Werken junger zeitgenössischer Komponist*innen zu Gast sind. Freuen darf man sich zudem auf die Aufführungen von George Crumbs „Makrokosmos III“ mit Mitgliedern des notabu.ensemble neue musik (31.10.), auf Marc Andres Meisterwerk „… selig sind …“ für Klarinette und Live-Elektronik mit Jörg Widmann als Solisten (6.11.) sowie auf den Beitrag des JugendZupfOrchesters NRW in Kooperation mit dem Landesmusikrat NRW (1.11.).

Klanginstallation von Thomas Rother mit Live-Performance

„Wenn meine Klangskulpturen angeschlagen werden, sind sie auch skulpturale und klangliche Erinnerungen. Im 21. Jahrhundert gleichwohl auch ein Stück Versöhnung mit jener Zeit des Raubbaus an Mensch und Natur.“ So hat sich Thomas Rother über die gesellschaftspolitischen Kräfte geäußert, die in seinen riesigen Klangskulpturen stecken. Für ihn sind seine Skulpturen immer auch unübersehbare und unüberhörbare Zeugen einer längst untergegangenen Industriewelt, der Kohle- und Stahlära. Rother war denn auch der Erste, der die Kunst nach Zollverein brachte. Anfang der 80er Jahre, bei noch laufendem Zechenbetrieb, gründete er hier den „KUNSTSCHACHT“, der sich mittlerweile zu einem gigantischen Gesamtkunstwerk entwickelt hat. Hier trafen sich im September 2019 mit Simon Camatta, Karl-F Degenhardt und Peter Eisold drei der renommiertesten Schlagzeuger des Ruhrgebiets, um Rothers Skulpturen in Schwingung zu versetzen. Im Zusammenspiel von Objekten, Raumklang und virtuos-perkussiven Aktionen entstand so eine einmalige Fusion von bildender Kunst und Klangperformance. Die Installation erklingt jeweils eine Stunde vor den Konzerten im Alfried Krupp Saal (außer 30.10. und 6.11.).

Das Programm der Folkwang Universität der Künste

Unterschiedlichste europäische Antworten auf das Festivalthema gibt die Folkwang Universität der Künste zunächst in Konzerten mit Studierenden und Lehrenden der Hochschule unter anderem mit einer Uraufführung von Michael Edwards (30.10., Neue Aula der Folkwang Universität) sowie mit der Formation folkwang elektrisch und dem Studio Musikfabrik (30.10., Philharmonie Essen, RWE Pavillon). Auch das Museum Folkwang wird wieder Spielort für eine Hochschul-Präsentation sein: Am 1. November interpretieren wiederum Studierende Kompositionen von Fausto Romitelli, Beat Furrer, Georg Friedrich Haas, Hèctor Parra und Salvatore Sciarrino.

Das Programm der Stiftung Zollverein

Im Zentrum des Programms auf dem Welterbe Zollverein steht ein spektakuläres Raumklang- und Klangraum-Konzert von Christof Schläger (5. bis 7.11., Kokerei Zollverein, Salzlager): Unter dem Titel „Reconnected“ hat der Musiker und Komponist eine Landschaft von 62 ausschließlich mechanisch-akustischen Instrumenten geschaffen, die aus einer Vielzahl von magnetischen, elektrifizierten Apparaten, Ventilen, Motoren etc. bestehen. Experimentell wird es auch, wenn der Kanadier Jean-Francois Laporte seine selbstgebauten Instrumente in einem Programm mit dem Quasar Saxophone Quartet zusammenführt (6.11., Kokerei Zollverein, Salzlager).

 

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