Schweizer Klaviertrio. Foto: Neda Navaee
Schweizer Klaviertrio. Foto: Neda Navaee

Festival des Schweizer Klaviertrios

Das Festival Kammermusik Bodensee wird zehn, das Schweizer Klaviertrio spielt seit 20 Jahren zusammen.

Es gibt Grund zu feiern in diesem Jahr vom 31. August bis 2. September mit dem doppelten Jubiläum des Festivals Kammermusik Bodensee und des Schweizer Klaviertrios.

Die Programme des Geburtstagsfestivals 2018 widmen sich den vielseitigen Verflechtungen von Volksmusik und klassischer Musik und reichen von Mozart, Schubert und Dvořák bis hin zu Daniel Schnyders Vertonung der Sage von der Teufelsbrücke und zu Klezmerklängen.

Das Schweizer Klaviertrio wird von der Trio- bis zur Sextettbesetzung auftreten zusammen mit musikalischen Freunden wie dem kanadischen Klarinettisten James Campbell, der deutschen Bratschistin Ruth Killius, der Geigerin Ina Dimitrova und dem Hornisten Kenneth Henderson. Und natürlich gehören auch in diesem Jahr die anekdotischen Einführungen in die Programme sowie das traditionelle Engagement des Festivals für den Nachwuchs dazu.  

Im ersten Konzert am Freitagabend unter dem Titel „Klangmagie und Volkstanz“ eröffnen die Trio Miniatures des schweizerisch-russischen Komponisten Paul Juon das Programm. Die vier kurzen Charakterstücke nehmen Elemente eines russischen Volkstanzes, einer Valse und elegische Melodien auf. Danach erklingt Mozarts Klarinettenquintett. Zum Schluss schöpft Antonín Dvořáks Klavierquintett aus der reichen tschechischen Volksmusik und verwendet die Tanzrhythmen von Dumka und Furiant.  

In seinem Konzert zum 20. Geburtstag stellt das Schweizer Klaviertrio am Samstag Musik aus der Feder von Schweizer Komponisten einem der Meisterwerke der Trioliteratur gegenüber. Frank Martin verwob in seinem „Trio sur des mélodies populaires irlandaises“ insgesamt 14 irische Volksmelodien in rhythmischen und harmonischen Überlagerungen. Die Mythologie der Urschweiz stand Pate bei Daniel Schnyders Klaviertrio „Teufelsbrücke“. Die ganze Sage wird darin musikalisch nachgezeichnet, vom Brückenbau über den mit dem Ziegenbock betrogenen Teufel bis zum Wurf des Teufelssteins, der die Brücke wegen des Eingreifens einer frommen Nonne verfehlt. Ein höllischer Spass, der nach der Pause mit den „himmlischen Längen“ von Franz Schuberts Trio op. 100 kontrastiert wird. Ein schwedisches Volkslied bildet die Basis zum berührenden zweiten Satz.  

Seit seiner Gründung 2008 bietet das Festival Kammermusik Bodensee Nachwuchsmusikern eine Plattform, um dem Festivalpublikum sein Können zu präsentieren. Dieses traditionelle Engagement des Festivals für den Nachwuchs wird auch dieses Jahr mit einer Matinee am Sonntagvormittag weitergeführt. Erstmals wird das Angebot ergänzt und ausgebaut mit einem Workshop für junge Klarinettisten, den James Campbell leiten wird. In der Matinee spielen junge preisgekrönte Musiker aus dem Thurgau und der übrigen Schweiz sowie die Teilnehmer des Klarinettenworkshops ein vielseitiges und virtuoses Programm. 

 Ein spannendes Raritätenprogramm rundet das Geburtstagsfestival ab: In den Variationen über das Lied „Ich bin der Schneider Kakadu“ für Klaviertrio demonstriert Beethoven seine ganze Meisterschaft der Veränderungstechnik an einem volkstümlichen Liedchen. Das Schweizer Klaviertrio feiert mit dieser Aufführung auch den Abschluss seiner fünfteiligen Beethoven-Gesamteinspielung. Danach wird die Klaviertriobesetzung in Peter Schickeles Quartett mit der Klarinette ergänzt, das ein regelrechtes Klezmer-Finale enthält. Nochmals mit Viola und Horn erweitert spielt das Ensemble zum Schluss Ernö von Dohnanyis Sextett op. 37, das nach spätromantischem Beginn in ein jazziges Finale mündet.   

www.kammermusikbodensee.com

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