Gioacchino Rossini im Jahr 1865. Bild: Étienne Carjat
Gioacchino Rossini im Jahr 1865. Bild: Étienne Carjat

Feiner Rossini aus Wildbad

Mit zwei Opernaufzeichnungen leistet das Rossini Festival in Bad Wildbad Beiträge gegen die Corona-Stille.

Opernaufführungen finden derzeit auf der ganzen Welt nur noch im Internet statt. Auch Rossini in Wildbad möchte dazu beitragen, dass die Vorfreude auf künftige Opernerlebnisse wach bleibt. Nach dem erfolgreichen Livestreaming von "L´equivovo stravagante" in der vergangenen Woche, (eine DVD ist in Vorbereitung) bietet das Festival wieder Rossini vom Feinsten. Dieses Mal lernt man den Meisterkomponisten von einer anderen Seite kennen.

"Adelaide di Borgogna" ist ein nicht ganz so Bekanntes, aber nicht minder reizvolles Werk aus der Feder Rossinis, mit imposanten Chorszenen, Duetten und Arien. Es handelt sich hier um ein Sujet aus der tief verwobenen deutsch-italienischen Vergangenheit. Die Handlung spielt in Canossa, wo Kaiser Otto die verzweifelte Adelheid von Burgund im Jahr 951 vor den Übergrifflichkeiten von Berengario retten und heiraten kann. Rossini komponierte diese "Opera seria" im Dezember 1817, also nach "Il barbiere di Siviglia" (1816) und "La Cenerentola" (Januar 1817) für das römische Teatro Argentina, eines der ältesten Theater Roms (1732 eingeweiht). Dort wandte er nicht die gleichen avancierten Techniken wie in seinen Dramen für Neapel an.

Mit der jungen Margarita Gritskova und Ekaterina Sadovnikova war in der Aufführung von 2014 in Wildbad ein Traumpaar zu hören und zu sehen. Auch die übrige Besetzung mit Baurzhan Anderzhanov, Gehorghe Vlad und Miriam Zubieta konnte sich hören lassen. Die Neuedition dirigierte Luciano Acocella. Primo Antonio Petris sorgte für eine hoch stilisierte, aber in den Personenbeziehungen lebendige Regie.
Die CD erschien vor zwei Jahren bei NAXOS.

Live-Streaming 

Freitag, den 3. April 2020 um 19.00 Uhr - https://youtu.be/cernSxD_Vlk

Sonntag, den 5. April 2020 um 11.00 Uhr - https://youtu.be/NGkR13DMQm4

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