Stefan Prins. Bild: privat
Stefan Prins. Bild: privat

Experimente in Dresden

Neu auf dem Lehrplan der Hochschule Dresden: Die Grenzen verschwimmen lassen.

„Ich will Musiker und Komponisten für die moderne Musik und die Nutzung von neuen Technologien und Medien begeistern", so Stefan Prins, neuer Professor für Komposition an der Dresdner Hochschule für Musik.

Ein wichtiger Teil des Kompositionsstudiums ist die elektronische Musik. Im Tonstudio werden Töne und Klänge erzeugt, die eine große Bandbreite an Kompositionen zulassen. Mit dem neuen Experimentierraum – dem sogenannten Hybrid Music Lab – geht die Dresdner Hochschule noch einen Schritt weiter. „Wir wollen der Entwicklung gerecht werden, dass in der Kunst die Grenzen aller Disziplinen - von Performances, Kompositionen, Installationen, Musiktheater bis hin zu Tänzen – verschwimmen", so Prins. Im Hybrid Music Lab können die Studierenden aller musikalischen Fachbereiche ihre Komfortzonen verlassen, mit modernster Technik experimentieren und sich gemeinsam in ein musikalisches Abenteuer begeben. „Unsere Technik ermöglicht es, in Echtzeit Videos zu manipulieren und mit Instrumenten oder elektronischen Klängen interagieren zu lassen", so Prins.

Im neuen ‚Sound & Fury Improvisation Ensemble' machen Komponisten, Musiker aller Fachbereiche mit Hilfe von Improvisationstechniken gemeinsam Musik. „Wir werden elektronische Musik mit selbstgemachten elektronischen und akustischen Instrumenten sowie der Stimme kombinieren und zukünftig auch andere Disziplinen wie Video, Tanz und Theater einbeziehen", so Prins. Ein Improvisations­konzert wird es am Ende eines jeden Semesters geben.

Prins, Jahrgang 1979, hatte sich nach seinem Abschluss als Ingenieur für ein Studium in Klavier und Komposition am Königlichen Konservatorium Antwerpen entschieden. Parallel dazu studierte der Belgier "Technology in Music" in Brüssel und "Sonology" in Den Haag. 2017 promovierte er in Komposition an Harvard University bei Chaya Czernowin. Prins hat bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen, darunter den "Berliner Kunstpreis für Musik" (2016), Kranichsteiner Kompositionspreis (Darmstadt, 2010) und den "International Impuls Composition Award" (Graz, 2009). Er ist Co-Leiter des Belgischen Ensemble für neue Musik „Nadar Ensemble" und ist auch aktiv in die Szene der improvisierten Musik.

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