Hebt die Lortzing-Rarität mit: Julian Prégardien. Foto: Marco Borggreve
Hebt die Lortzing-Rarität mit: Julian Prégardien. Foto: Marco Borggreve

Echte Rarität live im BR

Albert Lortzings komische Oper "Zum Groß-Admiral" wird aus dem Münchner Prinzregententheater übertragen.

Im 2. Sonntagskonzert des Münchner Rundfunkorchesters kehrt Ulf Schirmer, der einstige Künstlerische Leiter, erstmals ans Dirigentenpult seines früheren Orchesters zurück. Gemeinsam mit den Solisten Anett Fritsch und Julian Prégardien sowie dem Chor des Bayerischen Rundfunks präsentiert er Albert Lortzings komische Oper "Zum Groß-Admiral" am Sonntag, den 17. November 2019, um 19.00 Uhr im Münchner Prinzregententheater in einer konzertanten Aufführung. BR-KLASSIK überträgt diese "Opern-Ausgrabung" live im Hörfunk.

Albert Lortzing, der in den heutigen Opern-Spielplänen meist nur noch mit "Zar und Zimmermann" oder "Der Waffenschmied" präsent ist, war seinerzeit nicht nur als Komponist bekannt, sondern auch als Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent. So stammt das Libretto zu seiner zehnten abendfüllenden Oper "Zum Groß-Admiral" aus seiner eigenen Feder. 1847 in Wien komponiert und noch im selben Jahr in Leipzig uraufgeführt, ist dieses Werk ebenso wie seine 1848 entstandene "Freiheitsoper" "Regina" dem Geist der Revolution verpflichtet – und nach den Revolutionsjahren 1848/49 komplett von den Spielplänen verschwunden.

Ulf Schirmer (Foto links), der sich in seiner Zeit als Künstlerischer Leiter des Münchner Rundfunkorchesters immer auch engagiert um sogenannte Ausgrabungen in der Opernliteratur gekümmert hat, hatte 2011 bereits "Regina" zur Aufführung gebracht. Nun folgt mit der komischen Oper "Zum Groß-Admiral" eine weitere Entdeckung aus dem gut ein Dutzend umfassenden Opernwerk Albert Lortzings.

Lortzing war glühender Bewunderer Mozarts: 1832 widmete er ihm mit "Szenen aus Mozarts Leben" ein abendfüllendes Werk, und die Verehrung für den Wiener Klassiker klingt in seiner Musik immer wieder durch. Bereits die Ouvertüre zum "Groß-Admiral" sprüht Leichtigkeit und Spielfreude, die Ensembleszenen wie auch die Soli und Chorszenen orientieren sich an der heiteren Virtuosität der entsprechenden Szenen in Mozarts Opern und stellen hohe Ansprüche an die Solisten und den Chor.

Die Solopartien sind in dieser konzertanten Aufführung entsprechend hochkarätig besetzt: Julian Prégardien, der im Mozart-Fach einen herausragenden Ruf genießt und 2017 in Mozarts "Die verstellte Gärtnerin" bereits beim Münchner Rundfunkorchester zu Gast war, übernimmt die männliche Hauptpartie des Thronerben Heinrich. Anett Fritsch, die mit dem Münchner Rundfunkorchester bereits eine Mozart-CD herausgebracht hat, steht ihm als seine Gemahlin Catharina ebenbürtig zur Seite.

Zur Übersicht