Dorothee Oberlinger

Dorothee Oberlinger | Night Music

In einer Zeitreise vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert erzählt das prächtig harmonierende Team der Sonatori della Gioiosa Marca und der Blockflötistin Dorothee Oberlinger musikalisch von den Geheimnissen der Nacht. Den roten Faden dieser „Night Music“ ließ man Antonio Vivaldi knüpfen.


Nicht nur im atemberaubend virtuos-anspruchsvollen c-Moll-Konzert begeistert Dorothee Oberlinger mit ihrer technischen Souveränität. Auch im Concerto „La Notte“ oder in der französisch inspirierten Sonata A-Dur aus „Il Pastor Fido“ (die in Wirklichkeit ja nicht von Vivaldi, sondern von Nicolas de Chédeville stammt), denkt man bei Oberlingers leichtem und natürlichem Spiel niemals an irgendeine Schwierigkeit. Verve, Wildheit und Galanterie der schnellen Sätze bilden mit dem empfindsamen Lyrismus der langsamen Sätze eine perfekte Balance. Die Sonatori bringen gelegentlich auch noch ein wenig zusätzliche rustikale Farbe durch die Instrumentierung eines Satzes mit einer Drehleier.
Zwischen den Vivaldi-Werken stehen meist nahtlos folgend stilistisch kontrastierende und damit klanglich für „Würze“ sorgende Werke. Etwa das mittelalterliche sephardische Wiegenlied „Nani Nani“ auf der Solo-Blockflöte, die Liebesklage eines verlassenen Mannes aus dem frühen 16. Jahrhundert oder die sanften (französischen) Klänge, mit denen Lully den Titelhelden seiner Tragédie lyrique „Atys“ ins Reich der Träume begleitet. Ein mit mächtigem Bass vorgetragenes Nachtwächter-Lied von Heinrich Ignaz Franz von Biber und der Bonus-Track, dem für die Sonatori della Gioiosa Marca arrangierten „Round Midnight“ von Thelonious Monk, beschließen diese feinsinnig erdachte, kurzweilige und vor allem berührende „Nachtmusik“.

Elisabeth Richter

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Night Music. Werke von Vivaldi, Fra Gerardo, van Eyck, Lully, Biber, Monk u.a.; Dorothee Oberlinger, I Sonatori della Gioiosa Marca (2018); dhm/Sony

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