Den ersten Solti-Wettbewerb in Jahr 2002 gewann Tomas Netopil, mittlerweile Chef in Essen. Bild: Hamza Saad
Den ersten Solti-Wettbewerb in Jahr 2002 gewann Tomas Netopil, mittlerweile Chef in Essen. Bild: Hamza Saad

Dirigieren im Namen Soltis

Zum Frankfurter Wettbewerb gab es 437 Anmeldungen, davon 59 von Frauen.

Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2002 ist der Internationale Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti zu einer festen Größe unter den Musikwettbewerben geworden. Im Abstand von zwei bis drei Jahren versammeln sich Talente aus zahlreichen Nationen in Frankfurt, um ihrer Karriere am Dirigentenpult wichtige Impulse zu geben. Das gilt auch für die kommende, die neunte Ausgabe des Wettbewerbs, die – wenngleich unter einigen coronabedingten Anpassungen – wie geplant vom 7. bis zum 11. Oktober 2020 durchgeführt wird.

Den ungewissen Zeiten zum Trotz sind bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist im Mai 2020 insgesamt 437 Bewerbungen aus 56 Ländern eingegangen – fast 150 mehr als bei der letzten Ausgabe im Februar 2017. „Das riesige Interesse am Solti-Wettbewerb aus aller Welt hat uns natürlich sehr gefreut", sagt Dr. Burkhard Bastuck, Wettbewerbsleiter und Vorsitzender der Frankfurter Museums-Gesellschaft e.V. „Dies belegt den hohen Rang und die hohe Reputation, die der Wettbewerb über die Jahre aufgebaut hat, und das war Ansporn für alle Beteiligten, den Wettbewerb auch in diesen schwierigen Zeiten durchzuführen – was uns gelungen ist."

Wie in den Vorjahren kommen die meisten Bewerbungen aus den U.S.A. und aus Deutschland, aber auch Russland, Spanien, Italien, Südkorea und China sind wieder mit vielen Bewerbungen vertreten. 59 Frauen haben sich für den Wettbewerb angemeldet, das entspricht einer Quote von 13,5 %, fast derselbe Wert wie beim letzten Wettbewerb. Aus allen gültigen Bewerbungen wurden 13 Dirigent*innen zur Teilnahme am Wettbewerb nach Frankfurt eingeladen.

Wie seit Einführung des Wettbewerbs vor 18 Jahren begleiten die beiden großen Frankfurter Orchester, das hr-Sinfonieorchester und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, auch diesmal wieder den gesamten Wettbewerb. In der Vorrunde am 7. Oktober und im Halbfinale am 8. Oktober stehen die jungen Dirigent*innen im Sendesaal des Hessischen Rundfunks dem hr-Sinfonieorchester vor; die Proben am 9. und 10. Oktober sowie die öffentlichen Finalkonzerte am 11. Oktober in der Alten Oper Frankfurt bestreiten die Teilnehmer*innen gemeinsam mit dem Opern- und Museumsorchester.

Den aktuellen Vorgaben zum Schutz vor der Corona-Pandemie Rechnung tragend, wird das Finale in der Alten Oper am Sonntag, 11. Oktober 2020, in zwei ca. 60-minütige Termine aufgeteilt: Im öffentlichen Wettbewerbskonzert um 10.00 Uhr im Großen Saal präsentieren sich die drei Finalist*innen und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester dem Publikum mit allen Sätzen aus Beethovens siebter Sinfonie – gemeinsam mit den Proben Grundlage für die Entscheidung der Jury. Auch das Publikum darf mitabstimmen, denn wie in den Vorjahren wird wieder ein separater Publikumspreis vergeben.

Nachdem die Jury über die Preisvergabe entschieden hat, gestalten die drei Finalist*innen um 13.00 Uhr ein öffentliches Preisträgerkonzert mit einer ihnen jeweils zugelosten Beethoven-Ouvertüre. Der Gewinner bzw. die Gewinnerin dirigiert zudem Gioachino Rossinis Ouvertüre zu „La Scala di Seta".

Moderator Dr. Burkhard Bastuck wird die Platzierung bekannt geben und die Preise, auch den Publikumspreis, verleihen.

Der erste Preis des Wettbewerbs ist mit 15.000 Euro, der zweite mit 10.000 Euro und der dritte mit 5.000 Euro dotiert. Mit den ersten beiden Preisen verbunden sind Einladungen zu Dirigaten des Frankfurter Museumsorchesters und des hr-Sinfonieorchesters, und auch weitere Orchester haben Gastdirigate oder Assistenzen in Aussicht gestellt.

Die Jury der Endausscheidung unter dem Vorsitz von Lady Valerie Solti, Schirmherrin des Wettbewerbs, setzt sich wie folgt zusammen: Lady Valerie Solti (Vorsitzende), Michael Becker (Intendant Tonhalle Düsseldorf und Düsseldorfer Symphoniker), Prof. Ulrich Edelmann (Erster Konzertmeister hr-Sinfonieorchester), Dr. Markus Fein (Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt) Stephen Maddock (OBE, Chief Executive, City of Birmingham Symphony Orchestra), Frauke Roth (Intendantin der Dresdner Philharmonie), Michael Sanderling (des. Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters) und Michael Traub (Leiter des Bereichs Musik und Orchester beim Hessischen Rundfunk, Orchestermanager des hr-Sinfonieorchesters).

 www.dirigentenwettbewerb-solti.de

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