Musikalische Komödie Leipzig, Nora Lentner und Jeffery Krueger. Foto: Tom Schulze
Musikalische Komödie Leipzig, Nora Lentner und Jeffery Krueger. Foto: Tom Schulze

Dirigentenforum des Deutschen Musikrats

Dirigierstipendiaten haben die Chance, die leichte Muse in der Praxis kennenzulernen.

Drei Stipendiaten des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats studieren vom 7. bis 12. Januar 2020 an der Musikalischen Komödie die konzertante Aufführung von Sigmund Rombergs »Neumond (New Moon)« im Rahmen des diesjährigen Operettenworkshops ein. Am Samstag, 11. Januar und Sonntag, 12. Januar 2020 wird die Operettenausgrabung gemeinsam mit Chor, Solisten und Orchester der Musikalischen Komödie im Westbad aufgeführt.

Die drei Nachwuchstalente Johannes Marsovszky, Christoph Schäfer und Gabriel Venzago erarbeiten sich unter der musikalischen Leitung von Gerrit Prießnitz, ständiger Gastdirigent an der Volksoper Wien, das weitgehend unbekannte Meisterwerk. Sie profitieren dabei von der Expertise des Orchesters der Musikalischen Komödie der langjährigen Kooperation des Dirigentenforums und des Spezialhauses für Operette in Leipzig. Durch die beiden Abende führt in bewährter Weise Cusch Jung, Chefregisseur der Musikalischen Komödie. Die Organisation liegt in den Händen des Chefdirigenten des Hauses: Stefan Klingele.

Der in Ungarn geborene Sigmund Romberg gilt als der letzte Operettenkönig. Er war Schüler von Richard Heuberger und erlebte in der Hauptstadt des späten Habsburgerreichs den letzten großen Zeitabschnitt der Wiener Operette mit Franz Lehár, Robert Stolz und Emmerich Kálmán. 1909 emigrierte er in die USA, wo er sich zunächst als Gaststättenpianist und Leiter einer Tanzkapelle durchbrachte. Nach kurzer Zeit landete er im amerikanischen Showbusiness und avancierte zum Botschafter der Wiener Operette am New Yorker Broadway, indem er die Stücke so bearbeitete, dass sie dem amerikanischen Stil entsprachen. Schließlich trat er bald selbst mit eigenen Kompositionen in Erscheinung und brachte vier große Schlager hervor: »Maytime«, »The Student Prince«, »The Desert Song« und »New Moon«. Ohne Zweifel war Romberg der festen Überzeugung, die Tradition fortzusetzen, einen Erfolg nach dem anderen herauszubringen, und in der Tat komponierte er weiter bis zu seinem Tod im Jahre 1951. »New Moon« war jedoch sein letzter wirklicher Hit. Die süffigen Melodien, verwegenen Geschichten und überwältigenden Gefühle dieser frühen Meisterwerke bereiteten der amerikanischen Moderne den Weg: dem Jazz-Zeitalter. Das Libretto verfasste Oscar Hammerstein, der durch seine Zusammenarbeit mit Richard Rodgers in die Musicalgeschichte eingegangen ist.

Zur Übersicht