Georg Fritzsch in Aktion. Foto: Marco Ehrhardt
Georg Fritzsch in Aktion. Foto: Marco Ehrhardt

Dirigent Georg Fritzsch von Kiel nach Karlsruhe

Dirigent Georg Fritzsch, seit 2003 Chef in Kiel, geht mit der Spielzeit 2020/21 als Generalmusikdirektor nach Karlsruhe ans Badische Staatstheater und zur Badischen Staatskapelle.

Georg Fritzsch wird ab 2020 eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester der Welt als Chefdirigent leiten und folgt in dieser Position Justin Brown nach, der seit 2008 GMD in Karlsruhe ist. Die Badische Staatskapelle wurde 1662 gegründet und hat als national und international anerkannter Klangkörper Karlsruhe zu einem Musikzentrum gemacht. Große Dirigentenpersönlichkeiten leiteten zahlreiche Uraufführungen bedeutender Komponisten wie u.a. Johannes Brahms, Hector Berlioz und Béla Bártok."

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit diesem wunderbaren Orchester, sowie dem Ensemble und Team des Badischen Staatstheaters, bin berührt von dem Votum des Hauses und sehe es als große Ehre an, mich in die Riege von Chefdirigenten wie Hermann Levi, Felix Mottl und Joseph Keilberth einreihen zu dürfen", sagt Georg Fritzsch in einer ersten Stellungnahme.

Was ihn zusätzlich mit großer Vorfreude erfüllt: Neben Johannes Brahms standen auch seine musikalischen "Hausgötter" Richard Wagner und Richard Strauss gleich mehrfach am Pult des damals noch Hofkapelle genannten Orchesters. Die Programmschwerpunkte des designierten Generalmusikdirektors, der sich mit Ende der Saison 2018/19 in Kiel nach 16 Jahren verabschiedet, werden in der deutschen Romantik, insbesondere den Werken von Richard Strauss, aber auch in der Weiterentwicklung des klassischen Repertoires, und da ganz besonders den Werken von Wolfgang Amadé Mozart liegen.

Der Bezug zu zeitgenössischer Musik, den Georg Fritzsch während seiner gesamten bisherigen Laufbahn pflegte, wird weiterhin eine wichtige Komponente in der Programmgestaltung sein. Als Dirigent sieht Georg Fritzsch seine Entwicklung stark von der Tradition des bei der Sächsischen Staatskapelle an der Dresdner Oper gepflegten Stils beeinflusst. Seine Lehrjahre dort in den 1980er‐Jahren haben nach wie vor für ihn prägende Bedeutung was die Interpretation des Repertoires von Wagner und Strauss angeht. Fritz Busch, den GMD der Dresdner Oper zwischen 1922 und 1933, bezeichnet er in dessen Bemühen um Kunst und Künstler als eines seiner Vorbilder. 1991 ging Georg Fritzsch als Preisträger des Deutschen Dirigentenforums in Halle hervor, 1993 erhielt er das Stipendium der Herbert-von-Karajan-Stiftung und nur fünf Jahre später folgte seine Berufung als Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Südwestfalen sowie als Musikalischer Oberleiter des Theaters Hagen. Diese Position hatte er bis zur Spielzeit 2002/03 inne. Von 2009 bis 2011 war er zusätzlich zu seiner Kieler Position Chefdirigent des Tiroler Symphonie Orchesters Innsbruck sowie des Tiroler Landestheaters Innsbruck. Eine besondere Partnerschaft verbindet den Dirigenten mit der Staatsoper Stuttgart, wo er in den vergangenen Jahren zahlreiche Aufführungen mit Opern von Strauss und Wagner dirigierte.

Neben seiner Tätigkeit in Kiel führen Georg Fritzsch 2018/19 Gastspielverpflichtungen unter anderem zurück an die Staatsoper Stuttgart, zur Badischen Staatskapelle Karlsruhe sowie an das Grand Théâtre de Genève, dessen Wiedereröffnung mit dem Ring des Nibelungen er dirigiert hat. Von 1999 bis 2003 bekleidete er eine Professur für Dirigieren an der Musikhochschule Tilburg (Niederlande). Seit 2003 leitet er regelmäßig Dirigierkurse für das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Seit Oktober 2017 ist Georg Fritzsch Inhaber einer Professur für Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater in München.

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