Ksenija Sidorova wird von der Deutschen Grammophon mit Carmen in Beziehung gesetzt. Bild: Gavin Evans/Deutsche Grammophon
Ksenija Sidorova wird von der Deutschen Grammophon mit Carmen in Beziehung gesetzt. Bild: Gavin Evans/Deutsche Grammophon

Die Cross-Over-Carmen des Akkordeons

Die Deutsche Grammophon hat mit Ksenija Sidorova eine Akkordeonspielerin mit einem Exklusivvertrag bedacht. Im Juni erscheint die erste CD, am Mittwochabend spielt sie das Programm in Dortmund.

Warum nicht mal ein Kameraschwenk die eng anliegenden Legerleggings hinauf bis zum nackten Rücken? So  detailverliebt zeigte sich die Regie bei der Übertragung einer Night of the Proms im Jahr 2014 beim Anblick von Ksensija Sidorova. Keine Frage: Die Deutsche Grammophon hat mit der jungen Lettin nicht nur die akustische Wirkung der neuen Exklusivkünstlerin vor Ohren, bzw. Augen gehabt.

Ksenija Sidorova - die Frau ist eine Wucht! Ob sie es schafft, das Akkordeon zu einer Blüte zu führen, zu einer kommerziellen, wie ihrem Label sicher besonders recht wäre? Man wird sehen - und hören. Zunächst aber einmal ist Ksenija Sidorova das neuste Zugpferd im Stall des Klassikzirkus. Da vebriert der Bilderrahmen des gelben Labels.

Damit Eros beim Verkaufserfolg auch Pate stehen kann und es auch wirklich jeder mitbekommt, heißt das erste Album der Künstlerin für die DG "Carmen". Am 3. Juni kommt es in den Handel und bei der Grammophon schwärmt man schon von der Fähigkeit der Akkordeonistin, Gattungsgrenzen überschreiten zu können. Sidorova hat das Prinzip denn auch schon verinnerlicht und sagt in einer Pressemitteilung, dass sie ihre musikalischen Erfahrungen "mit möglichst vielen Menschen teilen" möchte. Klassik trifft Pop - CDs zu verkaufen könnte so einfach sein!

Wie gut, dass die Frage der künstlerischen Qualität sich nicht am Verkaufserfolg festmachen lässt. Daher darf man tatsächlich gespannt sein auf die CD und die Auftritte der Lettin, etwa am 6. April in Dortmund, am 13. Juni in Berlin oder am 19. Juliin Bad Kissingen. Dann heißt es: Ohren auf! Was ja nicht bedeutet, dass man deshalb die Augen schließen müsste.

 

 

 

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