Die Bamberger Symphoniker in Prag. Bild: Andreas Herzau
Die Bamberger Symphoniker in Prag. Bild: Andreas Herzau

Die Bamberger Symphoniker werden 75

Das Geburtstagskonzert wird am 18. März 2021 ab 20.05 Uhr live im Radio auf BR-Klassik zu hören und ab 20.15 Uhr im Fernsehen auf ARD-alpha sowie als Live-Video-Stream auf www.br-klassik.de/concert zu sehen sein.

Die Saison 2020/21 sollte ganz im Zeichen des Orchesterjubiläums stehen. Die Tourneen nach Südamerika und Japan waren fest eingeplant. Pünktlich zum Geburtstag der Symphoniker im März 2021 sollte es eine große Feier in Bamberg geben. Doch die Pandemie hat den ursprünglichen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Bamberger Symphoniker werden trotzdem feiern – nur eben anders als geplant.

75 Jahre Bamberger Symphoniker

Die Geschichte der Bamberger Symphoniker beginnt nicht in Bamberg. Sie beginnt im Prager Ständetheater mit zwei musikalischen Höhepunkten: den Uraufführungen von Mozarts Opern „Don Giovanni“ (1787) und „La Clemenza di Tito“ (1791). Die Spur führt im 19. Jahrhundert weiter in das Neue Deutsche Theater Prag, wo unter anderem Gustav Mahler seine 7. Symphonie uraufführte. Große Künstler wie Alexander von Zemlinsky, George Szell und Erich Kleiber prägten das musikalische Geschehen. Das „Deutsche Philharmonische Orchester Prag“ spielte bis Mai 1945, und ein Großteil des Orchesters fand sich nach den Wirren des 2. Weltkrieges in Bamberg wieder.

Seit 75 Jahren ist dieses großartige Orchester nun in Franken beheimatet und in der Welt zu Hause. Als Kulturbotschafter waren sie das erste deutsche Orchester, das nach dem Krieg wieder auf Tourneen durch Europa und die Welt ging. Bis heute sind es insgesamt fast 7.500 Konzerte, die die Symphoniker in ihrer Geschichte gegeben haben.

Dabei haben sie an 535 Orten in 63 Ländern für ihr Publikum gespielt. Mit Auftritten von Ägypten bis Venezuela sind die Bamberger weit mehr als einmal um die Welt gereist. Und auf internationalen Festivals wie in Luzern, bei den BBC Proms oder beim Edinburgh Festival sind sie regelmäßig zu Gast.

Mehr als 500 Dirigenten standen bisher am Pult der Bamberger Symphoniker. In den Anfangsjahren waren es Joseph Keilberth, Hans Knappertsbusch und Eugen Jochum, die den besonderen Klang, den tiefen „Bamberg Sound“, prägten. In der heutigen Zeit sind es der Chefdirigent Jakub Hrůša oder auch die Ehrendirigenten Herbert Blomstedt und Christoph Eschenbach, die die Geschichte und den Klang dieses Orchesters weiterschreiben.

Gleichzeitig geben die Bamberger Symphoniker Nachwuchskünstlern stets eine Bühne: Der junge Gustavo Dudamel startete hier seine Weltkarriere 2004 mit dem Gewinn der renommierten Mahler Competition. Dazu kommen zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten von Toshio Hosokawa bis zu Jörg Widmann.

Seit den frühen 1980er Jahren hat Herbert Blomstedt das Orchester mehr als 175 Mal geleitet und ist ihm bis heute eng verbunden. Beständigkeit und Nachhaltigkeit, im allerbesten Sinne des Wortes prägten das Orchester von Beginn an.

Das Jubiläumskonzert:

Im März 2021 wird das Orchester allen Widrigkeiten zum Trotz seinen Geburtstag begehen. Da zu diesem Zeitpunkt voraussichtlich kein Publikum in der Konzerthalle Bamberg zugelassen sein wird, wird das Orchester für die Verwirklichung dieses Plans vom Bayerischen Rundfunk als Medienpartner unterstützt.

Geplant ist ein Jubiläumskonzert am Donnerstag, den 18. März 2021. Als Hommage an die Geschichte ihres Orchesters werden Chefdirigent Jakub Hrůša und die Bamberger Symphoniker eben jenes Programm wiederholen, das vor 75 Jahren eigentlich hätte gespielt werden sollen. Im März 1946 erklangen Beethovens Overtüre „Leonore“ Nr. 3 op.72b und sein Konzert für Violine und Orchester D- Dur op.61. Im Jahr 2021 spielt das Orchester dazu die „Eroica“, Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55, die für das Gründungskonzert geplant gewesen war, aber von der damaligen amerikanischen Militärverwaltung Bambergs nicht zugelassen wurde. Beethovens „Eroica“ war zudem das letzte Konzert, welches das „Deutsche Philharmonische Orchester“ 1945 in Prag spielte.

Das Konzert wird am 18. März 2021 ab 20.05 Uhr live im Radio auf BR-Klassik zu hören und ab 20.15 Uhr im Fernsehen auf ARD-alpha sowie als Live-Video-Stream auf www.br-klassik.de/concert zu sehen sein. Gleichzeitig auch auf der BR-Klassik Facebook-Seite www.facebook.com/brklassik. Am 21. März werden Teile des Programms („Leonore“ und „Eroica“) noch einmal um 9.00 Uhr im BR- Fernsehen wiederholt.

Zu ihrem Jubiläumsjahr haben die Bamberger Symphoniker weitere Geschenke für ihr Publikum vorbereitet, das im Moment nicht live im Saal dabei sein darf: Bereits am 22. Januar ist die neue CD des Orchesters, Mahlers 4. Sinfonie mit Jakub Hrůša erschienen. In der Zeit um den Geburtstag wird der zweite Band des Bamberg Diary erscheinen, in dem Andreas Herzau das Orchester auf seinen Reisen durch Asien begleitet hat. Und schließlich wird es auch ein Hörbuch geben, das sich mit der Geschichte des Orchesters, von Mozarts Zeiten bis heute, und seiner Strahlkraft in der ganzen Welt beschäftigt.

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