Akademie für Alte Musik Berlin. Bild: Uwe Arens
Akademie für Alte Musik Berlin. Bild: Uwe Arens

Der heitere Telemann in Magdeburg

Die szenische Produktion der 25. Magdeburger Telemann-Festtage widmet sich Telemanns heiteren Intermezzi „Pimpinone“.

„Pimpinone“ war das erste Bühnenwerk Telemanns, das in Magdeburg 1929 im Zuge seiner Wiederentdeckung auf die Bühne kam. Heute gehört es zu den bekanntesten szenischen Werken des Komponisten. Im Jubiläumsjahr kommt das beliebte Werk Telemanns im Kulturzentrum Moritzhof am Sonnabend, 14.3., 16 Uhr, zur Premiere.

Junge arme Frau schnappt sich reichen alten Mann. In drei Stationen wird auf überspitzte und am
Ende gar tragikomische Weise die Beziehung von Vespetta und Pimpinone erzählt, die sich zwar in
einer uns fremden Lebenswelt entwickelt, aber doch zu verstehen ist. Vespetta übernimmt die
Initiative, denn sie will sich aus der Abhängigkeit als Dienstmädchen befreien. Dies gelingt ihr, denn
sie trifft auf der Suche nach einer Anstellung den reichen Müßiggänger Pimpinone, der sich in sie
verliebt.

Mit seiner Musik zeichnet Telemann die Protagonisten und Situationen, in denen sie handeln, ebenso
plastisch wie feinsinnig; souverän entfaltet er das ganze Spektrum seiner Charakterisierungskunst.
Telemanns heiteres Musiktheater war das erste Bühnenwerk Telemanns überhaupt, das nachweislich
in Magdeburg auf die Bühne kam, und zwar im April 1929.

Die Regie der Neuinterpretation des äußerst vergnüglichen musikalischen Schlagabtausches zwischen den Geschlechtern liegt in den Händen von Sandra Leupold. Als erste Regisseurin überhaupt erhielt sie 2014 (für Don Carlo am Theater Lübeck) den Deutschen Theaterpreis "Der Faust" für die beste Regie im Musiktheater.

Für musikalische Qualität sorgt die Akademie für Alte Musik Berlin (Akamus), die, 1982 in Berlin
gegründet, heute zur Weltspitze der historisch informiert spielenden Kammerorchester gehört und
auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte verweisen kann: Ob in New York oder Tokyo, London oder
Buenos Aires: Akamus ist ständiger und vielgefragter Gast auf den wichtigsten europäischen und
internationalen Konzertpodien. Tourneen führen das Orchester regelmäßig in die USA und nach
Asien. Im Kulturleben Berlins ist das Ensemble ein zentraler Pfeiler. Seit über 30 Jahren gestaltet das
Orchester eine eigene Abonnement-Reihe im Konzerthaus Berlin, seit 1994 prägt seine musikalische
Handschrift das Barockrepertoire an der Berliner Staatsoper. 2006 erhielt das Orchester den
Telemann-Preis der Stadt Magdeburg, 2014 die Bach-Medaille der Stadt Leipzig und den ECHO
Klassik. Der Premiere am Sonnabend, 14. 3., 16 Uhr, im Moritzhof folgen drei weitere Vorstellungen
innerhalb der Magdeburger Telemann-Festtage: So., 15.3., 16 Uhr, Fr., 20.3., 19.30 Uhr, Sa., 21.3., 16
Uhr.

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