Christopher Ward. Foto: csward.com
Christopher Ward. Foto: csward.com

"Das Gefühl, dass es etwas sein könnte"

Ab August hat Aachen einen neuen Generalmusikdirektor für die Oper und das Sinfonieorchester: Christopher Ward.

„Ich komme mit großer Freude und habe das Gefühl, dass ich auf offene Türen stoße. Ich habe viele Ideen, und einige davon kann ich nächste Spielzeit schon umsetzen", freut sich Christopher Ward über seine neuen Aufgaben. Ward strebt als Dirigent nach einer künstlerischen Freiheit, die es ihm erlaubt, seine eigenen, innovativen Vorstellungen zu verwirklichen. So plant er neue Konzertreihen beispielweise im Depot, und auch junge Menschen möchte er für unkonventionelle Reihen für klassische Musik begeistern.

Das Sinfonieorchester Aachen hat er bei seinen Vordirigaten bereits kennenlernen dürfen. Diese erste Begegnung vergleicht er mit einer persönlichen Beziehung: „Man kennt sich nicht, hat aber sofort das Gefühl, dass es etwas sein könnte." Begeistert ist Ward auch vom Aachener Publikum: Beim Weihnachtskonzert, das er im Eurogress dirigiert hat, spürte er beim gemeinsamen Singen direkt eine Verbindung zum Aachener Publikum. „Dies hat mich tief berührt."  

Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck freut sich auf die Zusammenarbeit mit Ward und stellt neben seinen dirigentischen Kenntnissen vor allem seine kommunikativen Fähigkeiten heraus. Schmitz-Aufterbeck lobt die tolle Vorbereitung Wards in Hinblick auf Aachen, denn er hatte direkt ganz konkrete Ideen, die auf die Stadt bezogen waren. Schmitz-Aufterbeck verweist darauf, dass Ward aus einem Land mit großer, bedeutender Chortradition kommt und freut sich darüber, dass man in Zukunft die Chorlandschaft ins Konzertleben integrieren könne. „Jetzt haben wir alles zusammen, was wir uns gewünscht haben. Einen Generalmusikdirektor, der sich mit Lust das Haus schnappt."  

Susanne Schwier, städtische Beigeordnete für Kultur, freut sich ebenfalls über die Entscheidung: „Sie sehen mich strahlen. Das Ergebnis ist wunderbar! Ich bin sehr glücklich, dass wir Christopher Ward als neuen GMD in unserer Stadt begrüßen können. Nach einem sehr intensiven Auswahlprozess haben wir uns in der Findungskommission gemeinschaftlich auf diesen vielversprechenden Kandidaten verständigt. Er lebt die Kommunikation sowohl innerhalb des Orchesters als auch nach außen in die Stadt. Herr Ward wird eine große Bereicherung für unser Kulturleben sein, er wird neue Impulse geben und Akzente setzen. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit ihm."  

Schmitz-Aufterbeck und Schwier war es bei all der Freude über den neuen GMD auch ein Anliegen, sich bei Justus Thorau zu bedanken, der die laufende Spielzeit als kommissarischer GMD geleitet und maßgeblich geplant hat. Sie dankten ihm für die gute Zusammenarbeit, sein volles Engagement und die tolle künstlerische Leistung.  

Christopher Ward wird sein Amt zum 1. August antreten und bis dahin auch seinen ersten Wohnsitz nach Aachen verlegen. Sein erstes Konzert wird er Ende August bei den Kurpark Classix dirigieren. Der neue Aachener GMD, 1980 in London geboren, studierte an der Oxford University und der Guildhall School of Music and Drama. 2003 wurde Christopher Ward Stipendiat an der Scottish Opera und der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow. Er wurde Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich, bevor er 2005 als Kapellmeister und Solorepetitor ans Staatstheater Kassel wechselte. Während dieser Zeit assistierte Ward Sir Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern, zuerst in Aix-en-Provence, dann in Berlin und Salzburg. An der Seite von Kent Nagano 2009 wurde Christopher Ward an der Bayerischen Staatsoper Kapellmeister und Assistent von Kent Nagano. Er übernahm die musikalische Leitung zahlreicher Neuproduktionen. Er leitete sowohl Konzerte des Staatsorchesters als auch der Orchesterakademie, der Opernstudios der Bayerischen Staatsoper und der Mailänder Scala sowie der Jungen Münchner Philharmonie. Seit 2014 ist Christopher Ward 1. Kapellmeister am Saarländischen Staatstheater. Er gastierte unter anderem an der Hamburgischen Staatsoper, der Deutschen Oper am Rhein, der Komischen Oper Berlin, Oper Graz, dem Salzburger Landestheater, Prager Nationaloper, dem Musiktheater im Revier, dem Staatstheater Mainz, den Staatstheatern Darmstadt und Braunschweig, am Slowakischen Nationaltheater Bratislava, am Theater Bremen, bei den Münchner Opernfestspielen sowie beim Internationalen Musikfestival "Prager Frühling". Außerdem leitete Ward Konzerte mit den Bremer Philharmonikern, dem Staatsorchester Braunschweig, den Brandenburger Symphonikern, dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus, der Neuen Lausitzer Philharmonie, dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera und der Jungen Münchner Philharmonie. In diesem Jahr erscheint eine CD-Einspielung von Schrekers Orchestermusik mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

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