Auch im Schumann-Haus war viel Platz für Clara. Bild: Christian Kern
Auch im Schumann-Haus war viel Platz für Clara. Bild: Christian Kern

Clara-Schumann-Jahr beendet

Mit der Finissage der Clara Schumann-Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig ging das abwechslungsreiche Festjahr der Stadt Leipzig CLARA19 zu Ende.

Die Schirmherrin Dr. Skadi Jennicke sagte rückblickend: „Ich bin tief beeindruckt von dem großen Leipziger Festjahr CLARA19. Große und kleine Kulturakteure eröffneten mit einem fulminanten Clara-Schumann-Programm ganz neue Facetten für die Musikstadt Leipzig. So beginnen sich traditionelle Hegemonien zu verschieben – und das ist gut so. An die Profilierung der Musikstadt Leipzig werden wir zukünftig anknüpfen – etwa mit einer Stärkung der Leipziger Festivalstruktur. Voller Hochachtung danke ich allen, die das überaus erfolgreiche Festjahr CLARA19 ermöglicht haben!“

Erstmals stand in der Musikstadt eine Frau im Mittelpunkt. Einen festen Platz in Leipzig hat Clara Schumann nun im neuen Museum des Schumann-Hauses. Mehr als 80.000 Besucher erlebten 2019 das facettenreiche Programm, bestehend aus über 200 Veranstaltungen, und feierten den 200. Geburtstag von Clara Schumann.

Geboren wurde die Pianistin, Komponistin und Pädagogin am 13. September 1819 in Leipzig. Das mit dem Leipziger Tourismuspreis 2019 ausgezeichnete Großprojekt entfachte in der Stadt und über deren Grenzen hinaus eine einzigartige Euphorie. CLARA19 folgte keiner übergeordneten Dramaturgie. Es setzte auf die Idee der Gemeinschaft und machte die Energie und die Kraft der traditionsreichen Musikstadt spürbar. Zahlreiche Kooperationen erzielten eine hohe Außenwirkung: u.a. mit Universal Music, Chelsea Music Festival New York, dem Moritzburg Festival und der Präsentation zur Sommergala des Berliner Presseballs.

Die Stadt Leipzig förderte 2018 und 2019 das Projekt mit rund 340.000 Euro, wovon 110.000 Euro Projekten der Freien Szene zur Verfügung gestellt wurden. Bereichert wurde das Festjahr CLARA19 durch besondere Marketingaktionen, die ebenfalls auf der Idee der Gemeinschaft basierten und ein bereites Publikum verschiedener Interessens- und Altersgruppen begeisterten: Die Sommerblumenmischung „Claras Bouquet“ (35.000 Stück) brachte Clara zum Blühen u.a. in den Anlagen am Franz-Schubert-Platz und Brahmsplatz im Clara-Zetkin-Park.

Über 60 Partner gestalteten das Festjahr CLARA19: das Gewandhausorchester, der MDR Rundfunkchor, das Leipziger Ballett, das Schumann-Haus, die Leipziger Notenspur, das Bach-Museum, das Theater der Jungen Welt, das Museum für Druckkunst, das Staatsarchiv Leipzig, das Stadtgeschichtliche Museum, das Museum für Musikinstrumente, die Hochschule für Musik und Theater, das Mendelssohn-Haus, die Neue Leipziger ChopinGesellschaft sowie viele weitere Akteure. Zu erleben waren international renommierte Künstler wie Lauma und Baiba Skride (Klavier/Violine), Antje Weithaas (Violine), Andris Nelsons (als Chefdirigent des Gewandhausorchesters und als Trompeter), Ragna Schirmer (Klavier), die Cellisten Marie-Elisabeth Hecker und Peter Bruns sowie das Vogler Quartett und das Alinde Quartett. Die Beschäftigung mit Clara Schumann reichte weit über Orchester- und Kammermusikkonzerte hinaus: Theater- und Ballettproduktionen, Ausstellungen, Kolloquien sowie Wanderungen, Radtouren, Mitsingkonzerte in den Parks und ein Freiluftfgottesdienst waren inspiriert von der Vielseitigkeit des Stars des 19. Jahrhunderts.

Clara Schumanns Spuren ließen sich an originalen Schauplätzen verfolgen. Ihre Kompositionen erklangen u.a. in Musikstätten, die mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden sind. Der MDR produzierte gemeinsam mit ACCENTUS MUSIC für ARTE die Musikdokumentation „Leidenschaft und Pflicht und Liebe. Die drei Leben der Clara Schumann.“ Den Höhepunkt bildeten die Schumann-Festwochen (12.–29. September). Das Schumann-Haus fasziniert seit dem 14.09.2019 mit einer neuen Dauerausstellung. Es ist nun das erste Museum weltweit, welches sich einem Musikerpaar widmet

Zur Übersicht