Thomas Neubauer (Blüthner) mit den Preisträgern Jonas Aumiller, Yi-Ting Tsai, Teppei Kuroda, Matvey Shumkov sowie dem künstlerischen Leiter Prof. Jacob Leuschner. Bild: HfM Detmold/Plettenberg
Thomas Neubauer (Blüthner) mit den Preisträgern Jonas Aumiller, Yi-Ting Tsai, Teppei Kuroda, Matvey Shumkov sowie dem künstlerischen Leiter Prof. Jacob Leuschner. Bild: HfM Detmold/Plettenberg

Brahms-Wettbewerb in Detmold

Jonas Aumiller erspielte sich mit Brahms' erstem Klavierkonzert das Preisgeld, eine Aufnahme und weitere Konzerte.

Der dritte internationale Brahms-Klavierwettbewerb Detmold hat einen strahlenden Sieger: Jonas Aumiller begeisterte beim live gestreamten Finale das zahlreiche Publikum im Detmolder Konzerthaus und die Jury mit dem ersten Klavierkonzert von Brahms, begleitet von der Nordwestdeutschen Philharmonie unter Florian Ludwig. Der 23-jährige Deutsche ist bereits Preisträger etlicher anderer Wettbewerbe und studiert derzeit bei Sergey Babayan in den USA. Er erwies sich über die vier Wettbewerbsrunden als herausragendes musikalisches Talent. „In seinem Spiel vereinen sich strukturelle Intelligenz, überragende Klangkontrolle und tiefe Emotionalität“, so der Künstlerische Leiter des Wettbewerbs, Prof. Jacob Leuschner. „Ein solcher Gewinner gereicht dem Brahms-Wettbewerb zur Ehre“. Neben dem Preisgeld von 5.000 Euro und einer CD-Produktion durch das Erich-Thienhaus-Institut erwarten Aumiller viele attraktive Preisträgerkonzerte, so im historischen Ahnensaal von Schloss Corvey in der Reihe „Stars von morgen“, beim Böblinger Pianistenfestival und der Bagno Konzertgalerie Steinfurt. Ferner wird der junge Pianist in der kommenden Spielzeit mit dem Klavierkonzert von Amy Beach unter der Leitung von Florian Ludwig und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Gießen auftreten.

Auch die anderen Preisträger bewiesen das in diesem Jahr nochmals erheblich gesteigerte Niveau des Wettbewerbs, zu dem sich 70 Pianistinnen und Pianisten aus 20 Ländern angemeldet hatten, von denen 30 nach Detmold eingeladen wurden. Alle Finalisten hatten diesmal Brahms erstes Klavierkonzert gewählt. Der 2. Preis (3.000 Euro) sowie der Sonderpreis der Hochschulstiftung (1.000 Euro) für die beste Interpretation eines Werkes der Klassischen Moderne gehen an den erst 20-jährigen Russen Matvey Shumkov, der am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium studiert. Er erwies sich als ausgesprochen lyrische Begabung mit sensiblem Klangempfinden und einer Neigung zu verträumtem, introvertiertem Musizieren. Den 3. Preis (2.000 Euro) erspielte sich der Japaner Teppei Kuroda, der derzeit in Detmold studiert, mit einer sehr seriösen, manchmal kantigen, pianistisch untadeligen Interpretation des Konzerts. Angesichts der Tatsache, dass eine weitere hervorragende Teilnehmerin nur um Haaresbreite den Einzug ins Finale verfehlte, hat sich die Jury zu dem großzügigen Schritt entschieden, aus eigenen Mitteln einen mit 600 Euro dotierten Sonderpreis der Jury zu vergeben, den die Taiwanerin Yi-Ting Tsai erhält. Auch diese drei weiteren Preisträger erwarten interessante Anschlusskonzerte, so wird Shumkov einen Klavierabend am historischen Blüthner-Flügel im Festsaal von Schloss Moritzburg in Detmolds Partnerstadt Zeitz geben und, ebenso wie Jonas Aumiller, im Thürmer-Saal in Bochum auftreten. Yi-Ting Tsai wurde von der Konzertdirektion Koltun zu einem Klavierabend verpflichtet, Teppei Kuroda wird in zwei von der Julius Blüthner Pianofortefabrik verantworteten Konzertreihen zu hören sein. Diese war auch diesmal, zusammen mit der Alfred-Reinhold-Stiftung, Kooperationspartner der Hochschule für Musik Detmold und maßgeblicher Geldgeber des Wettbewerbs.

Sowohl Teilnehmer als auch Jury waren sich in ihrem enthusiastischen Lob für den zur Verfügung gestellten Blüthner-Konzertflügel einig, der mit seinem farbenreichen, tragfähigen Klang wie für die Musik von Brahms geschaffen schien. Im Vergleich zu den Instrumenten der vergangenen Wettbewerbsjahre haben zahlreiche konstruktive Veränderungen erhebliche Verbesserungen in Klang und Spielart bewirkt. Übereinstimmung herrschte bei der internationalen Jury auch in der Einschätzung der hervorragenden Gesamtqualität des Wettbewerbs, der nun endgültig seinen Platz im Kanon der wichtigen internationalen Klavierwettbewerbe gefunden hat. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Young-Lan Han (Seoul), Catherine Vickers (Essen), Ivan Klánský (Prag), Einar Steen-Nøkleberg (Oslo), Jacob Leuschner (Detmold) sowie im Finale zusätzlich aus dem Dirigenten Florian Ludwig (Detmold) und Henri Sigfridsson (Essen). Der nächste Brahms-Klavierwettbewerb Detmold wird im September 2024 stattfinden. 

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