Once to be realised. Probenfoto der Biennale München: Thomas Aurin
Once to be realised. Probenfoto der Biennale München: Thomas Aurin

Biennale in München mit neuen Werken

In München treffen sich wieder die Vorreiter des neuen Musiktheaters.

Münchener Biennale-Produktionen, die nicht im Mai 2020 in München herauskommen konnten, werden, wenn es die Situation erlaubt, am Osterwochenende 2021 in München zu sehen sein: ONCE TO BE REALISED nach Jani Christou, mit Kompositionen von Beat Furrer, Barblina Meierhans, Olga Neuwirth, Samir Odeh-Tamimi, Younghi Pagh-Paan und Christian Wolff; GROSSE REISE IN ENTGEGENGESETZTER RICHTUNG (EXPEDITIONEN INS ARCHIV DER WIRKLICHKEITS-FABRIK) der Komponist*innen Anda Kryeziu, Yair Klartag, Tobias Schick und Katharina Vogt und TRANSSTIMME von Fabià Santcovsky.

Im begleitenden „Lab of NEW Return“ werden Thema und Geist der Münchener Biennale weitergedacht. Manos Tsangaris und Daniel Ott, die künstlerische Leitung der Biennale, die Festivaldramaturg*in Marion Hirte und Malte Ubenauf und die Künstler*innen der Biennale diskutieren mit Heinz Bude (Soziologe und Publizist), Bernhard Pörksen (Medienwissenschaftler) und Ruth Hagengruber (Philosophin, Gründerin des Fachbereichs EcoTechGender zur Erforschung sozialer und ethischer Aspekte der Künstlichen Intelligenz-Forschung) über „Points of NEW Return“ aus verschiedenen Perspektiven.

Das voraussichtliche Oster-Programm

ONCE TO BE REALISED

„Once to be realised“ ist ein Musiktheater von Michael Marmarinos in sechs Teilen nach Jani Christou, mit Kompositionen von Beat Furrer, Barblina Meierhans, Olga Neuwirth, Samir Odeh-Tamimi, Younghi Pagh-Paan und Christian Wolff. Sie begegnen dem Werk des griechischen Komponisten Jani Christou mit ihrer eigenen Musiksprache. Christous Kosmos ist labyrinthisch verzweigt und reich an suggestiven Bildern: eine Frau in Schwarz, ein Klangkontinuum, unterbrochen durch eine Explosion, Menschenmassen, die die Bühne stürmen, der ohrenbetäubende Gesang der Zikaden auf Chios in der Mittagshitze, Komponieren als „leichter Druck gegen die Sinngrenze“. Der Großteil dieser visionären Entwürfe wurde seit seinem Tod 1970 nicht realisiert. Jetzt werden sie zur Grundlage eines neuen Musiktheaters.

GROSSE REISE IN ENTGEGENGESETZTER RICHTUNG (EXPEDITIONEN INS ARCHIV DER WIRKLICHKEITSFABRIK)

„Große Reise in entgegengesetzter Richtung (Expeditionen ins Archiv der Wirklichkeitsfabrik)“ ist ein Musiktheater, dessen Uraufführung in Kooperation mit den Musiker*innen des Kammerensembles hand werk, den vier Komponist*innen Anda Kryeziu, Yair Klartag, Tobias Schick und Katharina Vogt, der Schauspielerin Anna Gesa-Raija Lappe, dem Schriftsteller Ror Wolf sowie der Regisseurin Christiane Pohle und der Bühnen- und Kostümbildnerin Zahava Rodrigo entsteht.

Eine große Reise in entgegengesetzter Richtung unternimmt man besser in Begleitung. Vor allem dann, wenn die Reiseroute innerhalb des eigenen Hauses verläuft. Nach dem Durchschreiten einer gut getarnten Wandöffnung tritt plötzlich eine Gruppe absolut unbekannter Hausbewohner*innen in Erscheinung. Wie konnte man einander bisher nicht zur Kenntnis nehmen? Wie sich überhören? Wohin führt der Weg? Weggabelung, Kreuzung oder Sackgasse?

TRANSSTIMME

In „Transstimme“ – Oper in zwei Akten von Fabià Santcovsky führt ein Paar eine auf allen Ebenen harmonische Beziehung. Sie singt für ihn und erschafft mit der Kraft ihrer Stimme quasi ein neues Universum für beide. Als sie krank wird und zu verstummen droht, nimmt sie die experimentellste Behandlung in Kauf. Nach dem Eingriff verfügt sie über ungeahnte stimmliche Möglichkeiten. Gleichzeitig scheinen plötzlich unsagbare Universen zwischen ihm und ihr zu liegen. In „Transstimme“ fragt Fabià Santcovsky sowohl nach der existenziellen Bedeutung der menschlichen Stimme für die Identität des Menschen und nach den Risiken eines technischen Optimierungswahns.

Das Lab of NEW Return

Im Diskurs-Format „Lab of NEW Return” stellen die Moderatoren Raoul Mörchen und Meret Foster die Komponist*innen und Produktionsteams der Uraufführungen des Biennale Wochenendes vor. Es wird um die jeweiligen künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Festival Frage nach dem „Point of NEW Return“ gehen, aber auch um die Erfahrungen, die alle Beteiligten in diesem Krisenjahr gemacht haben. Ist die Zäsur, nicht mehr spielen, arbeiten und aufführen zu können, ein Point of NEW Return oder gelten alle Bestrebungen nur der Rückkehr zum Status Quo? Was steht auf dem Spiel? Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für die Künste und ihr Verhältnis zum Publikum? Was bleibt, nachdem sich der Rauch über den Trümmern der gesellschaftlichen Landschaft verzogen hat?

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