Neuer Intendant in Baden-Baden: Benedikt Stampa. Foto: Christian Grund
Neuer Intendant in Baden-Baden: Benedikt Stampa. Foto: Christian Grund

Benedikt Stampa stellt erstes Programm vor

„Die Musik ist eine nach vorne gewandte Veränderungskunst. Ihre Kraft bedeutet unsere Freiheit."

Mit diesen Worten stellte Baden-Badens designierter Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa sein erstes Programm für das größte deutsche Opern- und Konzerthaus vor.

 Der 53jährige ist ab Juli offiziell künstlerisch für das Festspielhaus Baden-Baden verantwortlich. Die Saison 2019/2020 beginnt am 27. September 2019 mit John Neumeiers Inszenierung der Ballettoper „Orphée et Eurydice" von Christoph Willibald Gluck.„Mir ist es wichtig, die Musik ernst zu nehmen und das musikalische Erbe Europas mit der Welt zu teilen", so Benedikt Stampa. Dazu zähle es auch, Komponisten wie Beethoven, Bach oder Gluck nicht eindimensional als „unsere" Künstler zu bezeichnen oder ihre Werke oberflächlich zu betrachten.

„Beethovens Musik kommt nicht aus der Zuckerdose", so Stampa, der den Komponisten zu dessen 250. Geburtstag in der kommenden Saison in das Zentrum seines Programms stellt. „Baden-Baden war einst ein wichtiger Denk- und Diskussionsort für die ganze Welt. Diese Energie möchte ich für die Zukunft nutzen und sie in den bedeutenden Künstlern und Werken spiegeln. Das Publikum und die Künstler finden in Baden-Baden einen Sehnsuchtsort, der in unserer Zeit dringend benötigt wird – sei es zum „Zu-sich-finden" oder für die Debatte der großen Menschheitsthemen."  

In der Saison 2019/2020 wird in Baden-Baden insbesondere eine neue Generation von Dirigenten den Ton angeben. Kirill Petrenko, Teodor Currentzis, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Lahav Shani und Mirga Gražinytė-Tyla stehen ebenso am Pult bedeutender Orchester wie ihre hier schon gut bekannten Kollegen Sir Simon Rattle, Thomas Hengelbrock und Valery Gergiev.   Zum ersten Mal wird Kirill Petrenko 2020 die Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker in Baden-Baden als Chefdirigent gestalten und mit „Fidelio" auch Beethovens einzige Oper leiten. Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik wird die Oper in Baden-Baden neu inszenieren. Die Trägerin des österreichischen Nestroy-Preises betritt mit dieser Produktion die große Opernbühne.

In weiteren Konzerten der Osterfestspiele 2020 treten Yannick Nézet-Séguin, Tugan Sokhiev und Herbert Blomstedt an das Pult der Berliner Philharmoniker. Erstmals in der Geschichte des Orchesters führen Kammermusik-Ensembles sämtliche Streichquartette Beethovens innerhalb eines Festivals auf. Als Opern- und Jugendprojekt entsteht eine Neuinszenierung der Oper „Simplicius Simplicissimus" von Karl Amadeus Hartmann.  

Mit gleich sechs Konzerten ist der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis prominent im neuen Baden-Badener Festspielprogramm vertreten. Zu den Pfingstfestspielen 2020 leitet Currentzis das Verdi-Requiem im Rahmen einer besonderen Aufführung. Als erster europäischer Koproduktionspartner des neuen New Yorker Kulturzentrums „The Shed" präsentiert das Festspielhaus Baden-Baden das Requiem des italienischen Komponisten live musiziert zu bewegten Bildern des erst kürzlich verstorbenen Künstlers und Kunst-Film-Pioniers Jonas Mekas. In weiteren Konzerten dirigiert Teodor Currentzis die Requien von Wolfgang Amadeus Mozart und Gabriel Fauré. Dessen Requiem wird ebenfalls einen bildnerischen Rahmen erhalten. Hier arbeiten Teodor Currentzis und das Festspielhaus Baden-Baden mit dem britischen Medienkünstler Mat Collishaw zusammen.  

Im Rahmen der Sommerfestspiele 2020 wird das Gewandhausorchester Leipzig eine Residenz in Baden-Baden beziehen. Chefdirigent Andris Nelsons leitet Bachs h-Moll-Messe, einen Bruckner-Abend sowie die Baden-Baden Gala 2020, die Johann Strauß gewidmet sein wird, der einst persönlich in Baden-Baden seine Walzer und Operetten vorstellte. Valery Gergiev, der das Festspielhaus Baden-Baden als Dirigent 1998 eröffnete, leitet im Sommer 2020 gleich zwei konzertante Opern von Giuseppe Verdi: „Attila" und „Der Troubadour" beenden die Saison 2019/2020 an der Oos.Zu den Solistinnen und Solisten der Saison 2019/2020 zählen in Baden-Baden Sängerinnen und Sänger wie Elīna Garanča, Marlis Petersen, Olga Peretyatko, Cecilia Bartoli, Diana Damrau, Renée Fleming, Jonas Kaufmann, Philippe Jaroussky und Ildar Abdrazakov. Im Instrumentalbereich kann sich das Publikum auf Stars wie Lisa Batiashvili, Yuja Wang, Hélène Grimaud, Grigory Sokolov, Evgeny Kissin, Nikolaj Znaider, Leonidas Kavakos und Christian Tetzlaff, freuen – nur ein Ausschnitt aus dem ganzjährigen Programm.  Im Bereich Tanz setzt Benedikt Stampa außerdem die Zusammenarbeit mit dem Mariinsky Ballett St. Petersburg fort, das zu Weihnachten 2019 mit den Klassikern „Dornröschen", „Der Nussknacker" und George Balanchines „Jewels" in Baden-Baden gastiert.

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