Heribert Beissel. Bild: Gerald Zörner
Heribert Beissel. Bild: Gerald Zörner

Dirigent Beissel ist verstorben

Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt trauert um seinen Ehrendirigenten Heribert Beissel.

Der international bekannte Dirigent und Musikpädagoge war Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte seine Agentur, die Konzert-Direktion Hans Adler, nun mit. Beissel war von September 2001 bis zum Sommer 2006 Generalmusikdirektor des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt (BSOF). In jener Zeit habe dieser Dirigent das Orchester auf eine Weise geprägt und es auf eine Art geformt, die bis heute nachwirke, sagte Eckhard Schulze. Er gehörte damals dem Orchestervorstand an, auf dessen Vorschlag hin Heribert Beissel zum ersten und bisher einzigen Ehrendirigenten des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt ernannt wurde. Von der Genauigkeit, mit der Beissel gearbeitet habe, profitiere das BSOF noch heute, betonte Schulze. Auch programmatisch sei dieser Dirigent richtungsweisend gewesen. Er habe unter anderem die sehr erfolgreiche Konzertreihe „Wiener Klassik“ erfunden und etabliert, mit der das Brandenburgische Staatsorchester auch auf Tournee gegangen sei. Unter Beissels Leitung habe sich das BSOF deutlich weiterentwickelt.

Heribert Beissel, 1933 in Wesel geboren, studierte an der Hochschule für Musik in Köln Dirigieren, Klavier und Violine. Er gewann den 1. Preis für Dirigenten beim Wettbewerb des Deutschen Musikrates. Beissel war 14 Jahre Chefdirigent der Hamburger Symphoniker. In dieser Zeit verband ihn eine enge Zusammenarbeit mit der Staatsoper Hamburg im Bereich Oper sowie als Dirigent der sinfonischen Ballette. Gleichzeitig war er regelmäßiger Gast beim Sinfonieorchester des NDR als Dirigent für Rundfunkproduktionen und Konzerte.

Zahlreiche Gastspiele führten ihn nach Nord- und Südamerika, Asien, Australien, Israel und in nahezu alle europäischen Länder. Mit dem Tokyo Symphony Orchestra verband ihn eine langjährige Zusammenarbeit. Die Festspiele von Ravello (Wagner), Ansbach (Bach), Bregenz, Flandern, Berlin (Festwochen), Schleswig-Holstein und Istanbul luden ihn als Gastdirigenten oder Pianisten ein.

Heribert Beissel war Gründer und Leiter der Klassischen Philharmonie Bonn, mit der er eine Konzertreihe in den zwölf größten Konzertsälen Deutschlands betrieb. Außerdem gründete und leitete er den Chur Cölnischen Chor Bonn. Von 1991 bis 1999 war er Generalmusikdirektor des Philharmonischen Staatsorchesters Halle und prägte in dieser Zeit das Musikleben dieses Bundeslandes maßgeblich. Von 2001 bis 2006 war er Generalmusikdirektor des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt Oder.

Dutzende CD-Aufnahmen und Rundfunkproduktionen zeugen von Beissels Produktivität und seiner stilistischen Vielseitigkeit. Außerdem war er mit häufigen Live-Übertragungen in Rundfunk und Fernsehen präsent. Die Presse bezeichnete ihn als einen der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation.

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