Hermann Max (vorne links), die Rheinische-Kantorei und Das Kleine Konzert. Foto: Thomas Kost
Hermann Max (vorne links), die Rheinische-Kantorei und Das Kleine Konzert. Foto: Thomas Kost

Barocke Lustbarkeiten und Mad Songs

Das Festival Alte Musik Knechtsteden wird ab 19. September unter dem Beethoven-Motto „Nacht und Stürme werden Licht“ Originalklang in fünf Konzerten live präsentieren und weitere Formate teils exklusiv, teils zusätzlich digital anbieten.

Alte Musik mit neuen Ohren – live, digital und in Virtual Reality Zu Gast sind namhafte internationale Künstler in insgesamt sechs Produktionen: Zum Festivalauftakt am Samstag, 19. September gibt es „Barocke Lustbarkeiten“ von Händel bis CPE Bach mit der Königin der Blockflöte Dorothee Oberlinger und Dmitry Sinkovsky, Teufelsgeiger und Countertenor in Personalunion.

Am Sonntag, 20. September entführt die Landpartie mit inszenierten „Mad Songs“ von Purcell bis Locke das Publikum ins melancholieverliebte elisabethanische England. Am Montag, 21. September 2020 gehen Veronika Winter (Sopran) & Klaus Heidemann (Klavier) auf Schuberts „Winterreise“. Mit einer Langen Beethoven-Nacht huldigt das Festival in einer Eigenproduktion dem Jahresregenten mit einem großen Pasticcio, das Beethovens Musikwelt und ihre Ursprünge feiert. Eine Gregorianische Nacht rund um Jungfrauen und Märtyrer beschließt am 24. September das Festival mit dem herausragenden Prager Vokalensemble Tiburtina.

Ohne Publikum findet das Konzert „Rheinische Musiksalons im 19. Jahrhundert“ mit dem Klavierduo Kiveli und Danae Dörken und vier Vokalsolisten am 21. September statt. Es wird live aus dem Kölner Kammermusiksaal des Deutschlandfunks übertragen.

Neue App

Zum 1. September startet bereits eine neue Festival-App, die Musik und Informationen digital aufbereitet. So werden u.a. die Abendprogramme in dieses Jahr vorab über die App ausgeliefert und die beliebten Einführungsgespräche als Podcast-Reihe angeboten. Die App kann aber viel mehr: Ein digitales Beethoven.LAB, jetzt schon auf der Website des Festivals zu sehen, wird nach dem Festival um Audios aus dem Konzert „Beethovens Musikwelt“ erweitert. Mit einem AudioWalk kann man auf den Spuren des Wanderers aus der „Winterreise“ durch die Zollfeste Zons flanieren und Schuberts Liederzyklus neu erleben. Die Virtual Reality Serie „Being Ludwig van“ mit dem jungen Pianisten Toni Ming Geiger und dem Streichquartett Ludus instrumentalis gewährt interaktive Einblicke in Beethovens Seelenleben; das dazugehörige VR-Headset für das Smartphone kann über das Festival bezogen werden. Der Livestream des Eröffnungskonzertes sowie alle Übertagungen der Partner WDR und Deutschlandfunk sind ebenfalls über die App empfangbar.

"Wir sind bedroht"

Das Festival sieht sich nach intensiver Planungsphase mit seinem angepassten Programm und seinem Hygienekonzept auf die besondere Situation gut vorbereitet. Nichtsdestotrotz ist die finanzielle Situation für den Trägerverein des Festivals wie für die gesamte Kulturszene existenzbedrohend. In einem persönlichen Appell wendet sich Intendant Hermann Max an die langjährigen Fans des Festivals und Freunde der Alten Musik wirbt dafür, das Festival auch persönlich durch Spenden oder einen Beitritt zum Freundeskreis für die Zukunft zu sichern: „Durch Corona sind wir nun bedroht, und können die Krisen-Folgen überhaupt nicht einschätzen. Aber Krisen entwickeln mitunter Gegenkräfte! In diesem Sinne hoffen wir auf die Kraft Ihrer Bereitschaft zu helfen.“

www.knechtsteden.com

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