Thomas Hengelbrock. Bild: Florence Grandidier
Thomas Hengelbrock. Bild: Florence Grandidier

Baden-Baden: Start mit 500 Zuhörern

Auch in Baden-Baden fordert Corona verlustreiche Einschnitte in das Platzangebot.

Nach der Eröffnung mit einer Ballettprodutkion wird die Saison im Festspielhaus Baden-Baden mit Konzerten der Bamberger Symphoniker und der Cellistin Sol Gabetta (23. Oktober 2020, 20 Uhr) sowie mit einer Matinee mit der ukrainischen Geigerin Diana Tishchenko (25. Oktober 2020, 11 Uhr) fortgesetzt.

Ein kleines Brahms-Festival bieten Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble und Chor am Allerheiligen-Wochenende: Am 30. und 31. Oktober erklingt jeweils um 20 Uhr das „Deutsche Requiem" von Johannes Brahms. Am Samstag, 31. Oktober 2020 steht noch ein weiteres Konzert auf dem Baden-Badener Programm. Am Nachmittag interpretiert Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble die dritte Sinfonie F-Dur von Johannes Brahms. Außerdem erklingen der Konzertwalzer „Seid umschlungen, Millionen" und Arien von Johann Strauß. Wiederholt wird dieses sinfonische Brahms-Programm als Matinee um 11 Uhr am Allerheiligentag, dem 1. November.

Aktuelle Lage – Nächste Programmstufe ab Mitte September

Angesichts der Schutzmaßnahmen in der andauernden Coronavirus-Pandemie wird der Saalplan des größten deutschen Opern- und Konzerthauses zunächst auf 500 Plätze reduziert. Gleichzeitig verändert sich das Programm aufgrund der unterschiedlichen Hygieneauflagen, unter denen die Festspielhaus-Künstler derzeit proben und reisen.

Mitte September möchte Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa weitere Programme des Herbstes 2020 bekannt geben. „Wenn die Pandemie bei uns weiter unter Kontrolle bleibt, hoffen wir darauf, vielleicht 1.000 Plätze pro Veranstaltung anbieten zu können. Voraussetzung ist und bleibt aber, dass wir uns alle respektvoll verhalten – untereinander als Besucher und wir als Veranstalter gegenüber den Künstlerinnen und Künstlern."

Eröffnung mit einem neuen Ballett von John Neumeier

„Ghost Light" von John Neumeier wird bis zum 11. Oktober 2020 viermal zu sehen sein. Der Hamburger Ballett-Intendant und Choreograph moderiert am 11. Oktober 2020 auch eine „Ballett-Werkstatt" zu diesem Werk.

Das Hamburg Ballett gehörte international zu den ersten Compagnien, die nach dem Shutdown die Arbeit im Ballettsaal wiederaufgenommen haben. Bald darauf entwickelte John Neumeier die Idee, ein Werk zu kreieren, das das geltende Abstandsgebot nicht nur respektiert, sondern es zugleich zur Grundlage der Struktur macht. 

John Neumeiers Konzept bezieht 55 Tänzerinnen und Tänzer seiner Compagnie mit ein. Mit Blick auf das Abstandsgebot gestaltete er die praktische Arbeit in Kleingruppen von zwei bis maximal acht Tänzern. „‚Ghost Light' ist vergleichbar mit einzelnen Instrumentalstimmen einer Sinfonie – oder einem traditionellen japanischen Essen: eine Folge sorgsam arrangierter, hoffentlich ‚köstlicher' Miniaturen. Wie die einzelnen Teile sich letztlich zu einem Werk verbinden, wird von dem Moment abhängen, in dem wir uns auf der Bühne wieder nahekommen und anfassen dürfen", so John Neumeier.

Der Titel „Ghost Light" knüpft an eine Tradition des amerikanischen Theaters an. Nach Proben oder Aufführungen wird mitten auf der Bühne ein Metallständer mit einer einzigen Glühbirne aufgestellt. Die Lampe zeigt an, dass kein Künstler die Bühne nutzen darf. Das Ghost Light brennt die ganze Nacht hindurch – bis sich die Bühne wieder mit Leben füllt.

www.festspielhaus.de

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