Die Mitwirkenden der Johannespassion in der Thomaskirche an Karfreitag. Bild: MDR/Stephan Flad
Die Mitwirkenden der Johannespassion in der Thomaskirche an Karfreitag. Bild: MDR/Stephan Flad

Bach zum globalen Mitsingen

Das Bachfest Leipzig erreichte mit einer kammermusikalischen Johannespassion aus der Thomaskirche an Bachs Grab Zuhörer in mindestens 76 Ländern.

Die Aufführung am Karfreitag wurde auf den Streaming-Portalen des Bach-Archivs, des Mitteldeutschen Rundfunks und von ARTE weltweit bislang über 500.000-mal angesehen und war auf ARTE Concert über das Osterwochenende das am meisten abgerufene Konzert. Von Alaska bis Venezuela und von Island über Palästina bis Neuseeland hörten und sahen Menschen zu und spendeten 20.000 Euro für freischaffende Musiker.

Die kammermusikalisch besetzte Aufführung am Grab des Komponisten ermöglichte Musikliebhabern, trotz weltweit geschlossener Kirchen, eine Bach-Passion in Zeiten der COVID-19-Pandemie live zu erleben und selbst mitzusingen. Das Konzert war nach der Absage des Bachfestes 2020 vom 13. Juni auf den Karfreitag vorgezogen worden. 

Die Passions-Geschichte wurde von nur drei Musikern vorgetragen: Der isländische Tenor Benedikt Kristjánsson erzählte als Evangelist die Leidensgeschichte Jesu und sang mit seiner extrem wandlungsfähigen Stimme zugleich die Partien aller handelnden Personen und die Arien. Cembalistin Elina Albach und Perkussionist Philipp Lamprecht übernahmen den Part des Orchesters. Für die Choräle wurden – neben den fünf Sängern in der Thomaskirche um Thomaskantor Gotthold Schwarz – Bach-Chöre aus St. Gallen (Schweiz), Ottawa (Kanada), Malaysia und Mitglieder des Leipziger Thomanerchors sowie bekannte Künstler, die im (abgesagten) Bachfest Leipzig 2020 eingeladen waren, zugeschaltet. Auf allen Erdteilen verfolgten Menschen die Aufführung vor ihren Bildschirmen und konnten auf der Basis eines digitalen Programmbuchs die Choräle mitsingen. 

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