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Juan Allende-Blin. Foto: Miguel Sayago
Juan Allende-Blin. Foto: Miguel Sayago

Auszeichnung für Juan Allende-Blin

Der chilenische Nationalpreis für Musikkunst geht an den in Essen lebenden Komponisten Juan Allende-Blin.

Dem in Essen lebenden Komponisten Juan Allende-Blin (*1928) wird der „Premio Nacional de Artes Musicales de Chile“, der chilenische Nationalpreis für Musikkunst verliehen. Das hat das chilenische Ministerium für Kultur, Kunst und kulturelles Erbe bekannt gegeben. Die Entscheidung der unabhängigen Jury sei nach fast zweistündiger Beratung einstimmig getroffen worden, berichtete der Berliner Musikverlag Edition Gravis, der alle Werke herausgibt.

Juan Allende-Blin ist damit der 14. Empfänger dieser höchsten nationalen Anerkennung. Die Nachricht machte dem Komponisten die Ministerin Consuelo Valdés telefonisch. Die Auszeichnung wird Juan Allende-Blin vom chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera im Palast La Moneda in Santiago de Chile ausgehändigt werden. Sie ist mit einem Preisgeld in Höhe von circa 30.000 Euro sowie einer lebenslangen monatlichen Pension verbunden.

Juan Allende-Blin wurde 1928 in Santiago de Chile geboren. Er stammt aus einer spanisch-französischen Familie. Kompositionsunterricht hatte es zuerst bei seinem Onkel P. H. Allende-Saron, der dem Kreis um Debussy angehörte und dann bei Fré Focke, der bei Anton Webern studiert hatte. Seine Musiksprache entwickelte er aus der zyklischen Form von César Franck, die ihn auf logische Weise schon 1950 zur Zwölftontechnik von Arnold Schönberg führte.

Seit 1971 lebt er als freier Komponist in Essen. Im Januar 1966 veranstaltete er im Dritten Programm des NDR Hamburg eine Schönberg-Woche, die zum ersten Mal wichtige Dokumente dieses Komponisten vorstellte. Zu dieser Sendereihe lud er Theodor W. Adorno, Pierre Boulez, Erika Wagner-Stiedry, Josef Rufer und Rudolf Kolisch ein, die mit ihren Gedanken zu einem differenzierten Bild Schönbergs beitrugen.

Allende-Blin entdeckte das verschollene Opernfragment „La Chute de la Maison Usher“ von Claude Debussy, dessen Particell er orchestrierte. Dieses Werk wurde am 1. Dezember 1977 in Frankfurt am Main unter Eliahu Inbal uraufgeführt. Der Geschäftsführer der Edition Gravis, Detlef Kessler, bezeichnete die Verleihung als eine große Ehre für einen Komponisten, der weltweit und besonders in seiner Heimat seit Jahrzehnten große Anerkennung findet. Darum sei die Edition Gravis auch sehr glücklich, Juan Allende-Blin in ihrem großen Katalog so prominent präsentieren zu können.

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