Ariane Matiakh. Foto: Marco Borggreve
Ariane Matiakh. Foto: Marco Borggreve

Ariane Matiakh nicht mehr GMD in Halle

Nach knapp einem halben Jahr im Amt hat Ariane Matiakh um die Aufhebung ihres Vertrages als Generalmusikdirektorin in Halle gebeten.

Die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle und Frau Ariane Matiakh sind übereingekommen, den Dienstvertrag der Generalmusikdirektorin der Staatskapelle Halle zum 31.01.2020 auf Wunsch von Frau Matiakh einvernehmlich aufzuheben.

Matiakh wird dem Hallenser Publikum aber erhalten bleiben, da sie alle mit ihr als Dirigentin angekündigten und geplanten Sinfoniekonzerte in der laufenden und kommenden Spielzeit dirigieren wird.

Ariane Matiakh ist eine der vielseitigsten Dirigentinnen unserer Tage. Ihr breitgefächertes Repertoire umfasst Opern, Sinfonien und Ballette und reicht vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik.

Während ihres Studiums in Wien bei Leopold Hager besuchte sie Meisterklassen mit Seiji Ozawa und erhielt zusätzliche künstlerische Impulse von Nikolaus Harnoncourt und Adam Fischer als Mitglied des Arnold Schoenberg Chors.

Von 2005 bis 2009 war sie erste Assistentin an der Opéra und dem Orchestre National de Montpellier und arbeitete in dieser Zeit u. a. mit James Conlon, Armin Jordan, Friedemann Layer, Emmanuel Krivine und Alain Altinoglu.

Ihr internationaler Durchbruch kam 2006, nachdem sie kurzfristig für James Conlon in Schostakowitschs ›Leningrader‹ Symphonie mit dem Orchestre National de Montpellier einsprang. 2008 war sie Finalistin beim LSO Donatella Flick Competition, 2009 wurde sie als „Discovery of the Year“ für den angesehenenen Musikpreis „Révélation des Victoires de la musique“ nominiert.

Bislang ist Ariane Matiakh an den Opernhäusern von Berlin (Komische Oper), Amsterdam (De Nationale Ballet), Stockholm (Königliche Oper), Göteborg, Nizza, Halle, Tours, Graz und Strassburg (Opéra National du Rhin) aufgetreten in Werken wie Werther, Madama Butterfly, Le Nozze di Figaro, La Bohème, Tosca, The Turn of the Screw, Die Zauberflöte, Entführung aus dem Serail, Le Sacre du Printemps, Der Nussknacker und Giselle.

Im symphonischen Repertoire war sie u.a. beim Rundfunk- Sinfonieorchester Berlin, dem Schwedischen Radiosinfonieorchester, der Dresdner Philharmonie, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig, dem Niederländischen Radiosinfonieorchester, der Staatskapelle Halle, den Wuppertaler Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester,
dem Münchner Rundfunkorchester, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, beim Orchestre du Capitole de Toulouse, dem Orchestre National des Pays de la Loire, dem Orchestre Philharmonique de Nice, dem Orchestre National de Lille, dem Orchestre de Chambre de Paris, der Camerata Israel und dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg zu Gast.

Ariane Matiakh hat mit Solisten wie Roberto Alagna, Gautier Capuçon, Frank Dupree, Nicholas Angelich, Nora Gubisch, Olivier Latry, Ewa Kupiec, Rica und Mona Bard, Lawrence Power, Louis Lortie oder Julian Steckel gearbeitet.

Ihre Diskografie umfasst Aufnahmen für das Label Capriccio mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit Werken von Johanna Doderer, mit dem Klavierduo Mona und Rica Bard mit Werken von Francis Poulenc und Jean Françaix, sowie die beiden Klavierkonzerte von Zara Levina mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Letztere war für den „Grammy“ 2018 nominiert.

Mit dem RSO Berlin hat sie zwei weitere CDs mit Werken von Harald Genzmer, Ermanno Wolf-Ferrari und Richard Strauss aufgenommen. Bei Berlin Classics sind Klavierkonzerte von Clara Schumann und Beethoven erschienen, mit Ragna Schirmer und der Staatskapelle Halle.

Zu jüngsten Engagements gehören Auftritte mit dem MDR Sinfonieorchester, der Niederländischen Radiophilharmonie, der Opéra du Rhin Strasbourg, der Göteborger Oper, dem Niederländischen Ballett, dem Schwedischen Radiosinfonieorchester und den Duisburger Philharmonikern.

In der Spielzeit 2018 / 19 wird Ariane Matiakh u.a. Konzerte mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Orchestre National de Montpellier, dem Helsingborg Symphony Orchestra, dem Sinfonieorchester Wuppertal, der Staatskapelle Halle und dem Philharmonischen Orchester Heidelberg dirigieren, sowie Debuts bei den Stuttgarter Philharmonikern, den Bregenzer Festspielen und dem Royal Ballet am Royal Opera House Covent Garden geben.

Ab dem 19. September 2018 hat Ariane Matiakh eine Professur am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris, der bedeutendsten Universität Frankreichs, inne.

In Anerkennung ihrer Verdienste um das Musikleben in Frankreich und um die französische Kultur im Ausland wurde Ariane Matiakh 2014 vom Französischen Kultusministerium der Ehrentitel „Chevalier de l‘Ordre des Arts et des Lettres“ verliehen.

Zur Übersicht