Antje Weithaas | Schumann & Brahms

Antje Weithaas | Schumann & Brahms

Es ist erfreulich, dass das lange kontrovers beurteilte und eher gemiedene Violinkonzert von Robert Schumann endgültig im Konzertsaal angekommen ist. Aufnahmen gibt es mittlerweile zuhauf, entsprechend groß ist das interpretatorische Angebot.


Nun ist eine neue Version hinzugekommen mit Antje Weithaas, die sich schon immer für das Werk stark gemacht hat. Ihre Darstellung überzeugt auf der ganzen Linie.
Leidenschaftlich, subtil, schwärmerisch romantisch, singend und, wenn es das Werk verlangt, auch mit virtuoser Brillanz gibt sie dem Solopart Charakter und Farbe. Die Einbettung ins Orchester, das von Andrew Manze leicht und in guter Balance zur Solistin geführt wird, ist sehr schön gelungen. Für den Finalsatz hat man das Tempo klug gewählt: nicht zu langsam, nicht zu schnell, es soll ja noch nach einer Polonaise klingen. Hier unterscheiden sich alternative Aufnahmen zum Teil extrem. Gidon Kremer hat die Marken gesetzt, sehr schnell in seiner Aufnahme mit Muti, extrem langsam mit Harnoncourt. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.
Die Kopplung mit Brahms᾿ Konzert für Violine, Violoncello und Orchester ist ungewöhnlich, aber plausibel, vor allem durch die historisch gut dokumentierte Verbindung von Schumann, Brahms und dem Geiger Joseph Joachim, für den beide Werke geschrieben wurden. Diese Interpretation ist eine Sternstunde gemeinschaftlichen Musizierens, hier ziehen beide Solisten an einem Strang, führen Zwiegespräche, umgarnen sich in schönsten Tönen und vertreten dennoch ihre musikalischen Standpunkte. Da wird klar, was Brahms meinte, als er von einer „Riesengeige“ sprach, zu der Violine und Violoncello über weite Passagen scheinbar zusammenwachsen.

Norbert Hornig

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Schumann: Violinkonzert d-Moll; Brahms: Konzert für Violine, Violoncello und Orchester; Antje Weithaas, Maximilian Hornung, NDR Radiophilharmonie, Andrew Manze (2017); cpo

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