Hans Zender. Foto: Wolfram Lamparter/SWR
Hans Zender. Foto: Wolfram Lamparter/SWR

Anerkannt als Komponist und Dirigent

Hans Zender ist tot. Der SWR2 ändert sein Programm und bringt am Sonntag, 27.10., um 15:05 Uhr, eine Sondersendung.

Wie wenige außer ihm war Hans Zender anerkannt in der Personalunion aus Dirigent und Komponist. 1936 in Wiesbaden geboren, verfolgte er nach dem Studium in Frankfurt und Freiburg, u. a. bei Wolfgang Fortner, beide Lebenslinien konsequent. So machte er rasch als Dirigent Karriere, u. a. an den Opernhäusern in Freiburg, Bonn, Kiel und an der Hamburgischen Staatsoper. Von 1971-1984 war er Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken. Chefdirigent des Radiokamerorkest des Niederländischen Rundfunks war von 1987-1990. Stark war besonders seine Verbindung zum SWR: In den Jahren 1999-2011 war er ständiger Gastdirigent und Mitglied der künstlerischen Leitung des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, das es seit der Verschmelzung der beiden SWR-Orchester so nicht mehr gibt.

Konzentration war ein großes Thema für Zender. Sowohl als Dirigent, als welcher er sich in der Aufführung Neuer Musik besonders einen Namen gemacht hat, als auch als Komponist. Dass er geistige Anleihen im asiatischen Kulturraum suchte und fand, passte zu diesem Denken. Letztlich spiegelt es sich auch wider in seiner Bearbeitung von Schuberts Winterreise. Die Aufnahme, die Zender davon selber gemacht hat mit dem Ensemble modern und dem Tenor Hans-Peter Blochwitz, kommt in diesen Tagen wieder in den Handel. Mit dem Tod Hans Zenders verliert die Musikwelt eine prägende Gestalt der vergangenen Jahrzehnte. Seine Diskografie ist umfangreich und wird weiter davon zeugen.

Zur Übersicht