Andris Nelsons. Bild: Marco Borggreve
Andris Nelsons. Bild: Marco Borggreve

Andris Nelsons bleibt in Leipzig

Andris Nelsons, der seit 2018 das Amt des Gewandhauskapellmeisters in Leipzig innehat, verlängert seinen Vertrag beim Gewandhausorchester bis 2027.

Der derzeit laufende Vertrag bindet den lettischen Dirigenten als 21. Gewandhauskapellmeisters bis 2022 ans Gewandhausorchester. Die zweite Amtsperiode beginnt – vorbehaltlich des noch ausstehenden Stadtratsbeschlusses der Stadt Leipzig - am 1. August 2022 und endet am 31. Juli 2027. Der neue Vertrag beinhaltet unter anderem auch die Übernahme einer Opernproduktion mit dem Gewandhausorchester.
Auf Initiative von Andris Nelsons wurde in seiner bisherigen Zeit als Gewandhauskapellmeister das Repertoire der Großen Concerte mit zahlreichen Auftragskompositionen bereichert, die in den meisten Fällen gemeinsam mit dem Boston Symphony Orchestra vergeben wurden, dessen Music Director Nelsons seit 2014 ist. Auch dieses Engagement verlängert Andris Nelsons, wobei er die erfolgreiche Arbeit mit dem BSO bis August 2025 fortsetzen wird. Wie bei seinem ursprünglichen Vertrag enthält die jetzige Verlängerung bis 2025 eine automatische Vertragsverlängerung, die die gegenseitige Absicht eines langfristigen Engagements zwischen dem BSO und Andris Nelsons widerspiegelt.
Auf Basis der Doppelfunktion des Dirigenten, verbunden mit der gemeinsamen Geschichte der beiden Orchester, hat Andris Nelsons eine einzigartige Kooperation der beiden Orchester ins Leben gerufen: Neben der gemeinsamen Vergabe von Kompositionsaufträgen ermöglicht sie den Austausch von Musikern und sieht musikalisch-thematische Wochen in den Spielplänen der Orchester vor. Sie befördert zudem eine intensive Zusammenarbeit der Mendelssohn Orchesterakademie mit dem Tanglewood Music Center, bei der Nachwuchsmusiker und Kompositionsstudenten diesseits und jenseits des Atlantiks Kurse besuchen und Auftrittsmöglichkeiten erhalten.
Zu den Plänen der zweiten Amtsperiode, die den Zeitraum von 2022 bis 2027 umfasst, gehört unter anderem die Ausgestaltung von zwei Musikfestivals im Rahmen der Leipziger Festivallandschaft „Musikstadt:Leipzig“. Nach dem „Mahler-Festival“ im Jahr 2021 werden dies das „Festival Leipziger Romantik“ (2023) und das „Schostakowitsch-Festival“ (2025) sein. Darüber hinaus wird die Vergabe des Titels „Gewandhauskomponist*in“ fortgesetzt  und ab 2021 wieder Mendelssohn-Festtage veranstaltet.
Bereits ab 2021 beginnt Andris Nelsons mit dem Gewandhausorchester und dem Boston Symphony Orchestra, im Rahmen der bestehenden künstlerischen Allianz die Arbeit an den sinfonischen Werken von Richard Strauss. Die Zusammenarbeit mündet in einer umfangreichen Tournee beider Orchester mit Residenzen in den großen Musikmetropolen Europas im Jahr 2022.  An mehreren Tagen werden in diesem Rahmen die sinfonischen Werke Strauss´ in der Interpretation der beiden Spitzenorchester  unter der Leitung von Andris Nelsons zu hören sein.
Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Andris Nelsons hat viele neue Ideen in unsere jahrhundertelange Tradition gebracht. Die wegweisende Allianz zwischen den beiden angesehenen Orchestern in Boston und Leipzig zeigen ihn als einen der renommiertesten und innovativsten Dirigenten in der internationalen Szene. Ich bin stolz und freue mich, dass er für fünf weitere Jahre Leipzig und dem Gewandhausorchester treu bleiben will.“
Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons: „Die letzten zweieinhalb Jahre beim Gewandhausorchester waren eine großartige Zeit. Die Inspiration und das Engagement jedes einzelnen dieser wunderbaren Musikerinnen und Musiker sowie die außergewöhnliche Klangwelt über die sie als Orchester verfügen, haben die Arbeit in Leipzig zu einer sehr intensiven Erfahrung meiner musikalischen Laufbahn gemacht. Ich bin glücklich, dass ich in einer zweiten Amtszeit gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Gewandhausorchesters künstlerische Ideen weiterführen und neue Pläne entwickeln darf. Mein Dank gilt dem Oberbürgermeister, der Kulturbürgermeisterin und dem Stadtrat der Stadt Leipzig, den Verantwortlichen im Gewandhaus und dem Leipziger Publikum, die die weitere Zusammenarbeit ermöglichen." Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke: „Dass Andris Nelsons auch für weitere fünf Jahre Gewandhauskapellmeister bleiben soll, freut mich außerordentlich. Sein offener und frischer Stil hat nicht nur das Leipziger Publikum verzaubert. Die Allianz mit Boston und sein Einsatz für zeitgenössische Musik hat Leipzig noch stärker internationaler platziert. Ich freue mich sehr auf die kommenden Jahre, die insbesondere von einer Vielzahl an erstklassigen Musikfestivals geprägt sein werden.“ Gewandhausdirektor Andreas Schulz: „Das Versprechen, das Kernrepertoire des Gewandhausorchesters auf höchstem Niveau mit neuen interpretatorischen Sichtweisen zu pflegen als auch den Spielplan mit modernen Kompositionen anzureichern, hat Andris Nelsons bereits in seiner noch laufenden ersten Amtszeit eindrucksvoll eingelöst. Erfolgreiche Tourneekonzerte, die ersten Aufnahmen der neuen Gesamtaufnahme mit Bruckner-Sinfonien beim Label Deutsche Grammophon, spannende Kompositionsaufträge, die Schaffung des Titels „Gewandhauskomponist*in, die lebendige Kooperation mit dem Boston Symphony Orchestra - dies alles hinterlässt die unverwechselbare Handschrift unseres 21. Gewandhauskapellmeisters. Es freut mich daher außerordentlich, dass wir mit ihm diesen Weg in einer zweiten Amtsperiode fortsetzen werden und er das künstlerische Profil des Gewandhausorchesters ab 2022 für weitere fünf Jahre gestalten wird. Wir haben gemeinsam Vieles vor und sehen voller Zuversicht in die Zukunft.“ Matthias Schreiber, Vorsitzender des Orchestervorstands des Gewandhausorchesters: „Die Musikerinnen und Musiker des Gewandhausorchesters sind überaus glücklich über die Vertragsverlängerung von Andris Nelsons als Gewandhauskapellmeister. So können wir unsere künstlerische Zusammenarbeit ausbauen und vertiefen und viele interessante Projekte bis 2027 gemeinsam realisieren. Besonders freuen wir uns, dass es gelungen ist, die Zusammenarbeit mit Andris Nelsons um den Bereich der Oper zu erweitern.“

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