Ab 2021/22 neuer Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt: Alain Altinoglu. Er folgt auf Orozco-Estrada. Bild: Marco Borggreve
Ab 2021/22 neuer Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt: Alain Altinoglu. Er folgt auf Orozco-Estrada. Bild: Marco Borggreve

Altinoglu folgt auf Orozco-Estrada

Alain Altinoglu (44) wird von der Saison 2021/22 an neuer Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters in Frankfurt.

Sein Vertrag wurde zunächst für drei Jahre bis zur Spielzeit 2023/24 geschlossen. Im August 2021 wird er seine ersten Konzerte als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters leiten. Sowohl das hr-Sinfonieorchester als auch das Publikum hat Alain Altinoglu bereits begeistert: Im August 2019 leitete er das Orchester beim Europa Open Air am Frankfurter Mainufer und genoss das Konzert unter freiem Himmel mit rund 20.000 Zuhörer*innen. „Ich freue mich sehr, ab 2021/22 als neuer Chefdirigent zum großartigen hr-Sinfonieorchester zu gehören", so Altinoglu. „Als ich letzten Sommer beim Europa Open Air erstmals die Gelegenheit hatte, mit dem Orchester zusammenzuarbeiten, war ich begeistert von der besonderen Atmosphäre und der Herzlichkeit, auf die ich dort stieß und die sich auch im fantastischen Klang des Ensembles widerspiegeln. Unserer Partnerschaft blicke ich deshalb mit äußerster Vorfreude entgegen!"

„Mit Alain Altinoglu kommt ein weltweit gefragter Dirigent zu uns, der es als seine Aufgabe ansieht, ein guter Vermittler zwischen Komponist und Publikum zu sein. Das in Deutschland zur Spitzenklasse zählende hr-Sinfonieorchester ist nicht nur beim heimischen Publikum sehr beliebt, sondern auch international äußerst erfolgreich. Wir freuen uns auf Altinoglu und seine herausragende Bühnenpräsenz und sind gespannt, wie er die positive Entwicklung unseres Sinfonieorchesters fortsetzen und mit neuen Facetten bereichern wird", erklärte der Intendant des Hessischen Rundfunks, Manfred Krupp.

Der 1975 in Paris geborene Altinoglu studierte am dortigen „Conservatoire Supérieure de musique et danse". Seit 2014 unterrichtet er die Dirigierklasse. 2016 wurde Altinoglu Directeur Musical des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, gerade hat er dort seinen Vertrag bis 2025 verlängert.

Nur wenige Künstler bewegen sich so leichtfüßig zwischen dem Opern- und dem sinfonischen Bereich hin und her wie der Franzose armenischer Abstammung. Regelmäßig gastiert er bei den renommierten amerikanischen Orchestern in Boston, Chicago, Cleveland und Philadelphia wie auch beim Philharmonia Orchestra London, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie den führenden Orchestern in Paris. Sein erfolgreiches Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab Altinoglu im Jahr 2017, Anfang 2020 wird sein Debüt beim Concertgebouworkest Amsterdam folgen. Eine intensive Zusammenarbeit verbindet ihn außerdem mit den Wiener Philharmonikern. 2019 dirigierte er außerdem das Orchestre National de France im Rahmen des alljährlichen „Concert de Paris" am französischen Nationalfeiertag mit mehr als 500.000 Zuschauer*innen am Fuße des Eiffelturms, das weltweit millionenfach gestreamt wurde.

Alain Altinoglu hat sich mit seinem Gespür für Klangfarben, Details und interpretatorischen Tiefgang in nahezu jedem Genre einen hervorragenden Ruf erarbeitet, sei es in sinfonischen Programmen, als Liedbegleiter – oder als Operndirigent: Große Erfolge feierte er in letzter Zeit u. a. mit einer Produktion von Hector Berlioz' „Les Troyens" an der Wiener Staatsoper. Auch setzte er in La Monnaie wiederholt Akzente mit Wagner-Opern, darunter „Tristan und Isolde" und „Lohengrin".

Neben den großen Opernhäusern der Welt wie der Metropolitan Opera New York, dem Royal Opera House London Covent Garden, dem Teatro Colón Buenos Aires, der Staatsoper Wien, dem Opernhaus Zürich, der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper Unter den Linden, der Bayerischen Staatsoper München und den drei Pariser Opernstandorten gastiert Alain Altinoglu auch regelmäßig bei den Festspielen in Bayreuth, Salzburg, Orange und Aix-en-Provence. Über die Arbeit mit Opernstimmen hinaus gilt seine besondere Liebe dem Liedgesang; so begleitet er regelmäßig die Mezzosopranistin Nora Gubisch am Klavier.

Der Hessische Rundfunk engagiert mit Alain Altinoglu einen Dirigenten, dessen erfolgreiche Arbeit auch durch zahlreiche CD-Veröffentlichungen belegt ist. Alain Altinoglu folgt als Chefdirigent auf den Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada, der das Orchester seit 2014 erfolgreich als Chefdirigent weiterentwickelt und auch international hervorragend präsentiert hat.

Vor seinem Antrittskonzert als Chefdirigent wird der in Paris lebende Altinoglu am 12., 13. und 14. Februar 2020 drei Konzerte beim hr-Sinfonieorchester in Frankfurt leiten.

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