Der Cellist Andrei Ioniță ist Intendant in Residence. Foto: Nikolaj Lund
Der Cellist Andrei Ioniță ist Intendant in Residence. Foto: Nikolaj Lund

:alpenarte geht in die nächste Runde

Im Mittelpunkt steht die Entdeckung der Musik Rumäniens. Der Cellist Andrei Ioniță ist aktueller Intendant in Residence in Schwarzenberg.

Die :alpenarte geht in die nächste Runde: Bereits zum vierten Mal präsentieren junge Musikerinnen und Musiker aus Europa und Nordamerika ein hochkarätiges Programm. Intendant in Residence der Konzertreihe vom 25. bis 28. Oktober ist der international gefeierte rumänische Cellist Andrei Ioniță. Sein Motto für das Kammermusikfestival: „Musik bringt die Menschen zusammen."

Im Mittelpunkt steht die Entdeckung der Musik seines Heimatlandes Rumänien. Klassik, neu interpretiert, arrangiert und gespielt von jungen Musikerinnen und Musikern, um damit auch eine junge Zielgruppe anzusprechen: Dieses Konzept funktioniert bei der :alpenarte in Schwarzenberg seit 2017. Ebenso wie die Idee eines wechselnden Intendanten in Residence, die es den jeweiligen Musikern ermöglicht, ein Festival zu programmieren und dabei auch organisatorische Erfahrungen zu sammeln.

Der Cellist Andrei Ioniță hat als aktueller Intendant in Residence das Programm der Herbstausgabe auf seine Heimat ausgerichtet. „Rumänien ist sowohl musikalisch als auch geographisch ein interessanter Raum", sagt der 24-Jährige. Zwischen Westen und Osten gelegen, kommen die verschiedensten Einflüsse zusammen. Insbesondere die Musik, so Ioniță, sei wie ein Schwamm, der all das in sich aufgesaugt habe. Diese Vielfalt spiegelt sich im Programm, das bekannte und seltener gespielte Kammermusikstücke aus der Streicherliteratur aufnimmt.

Meisterwerke von Bach, Brahms oder Dvořák treffen auf Neu-Interpretationen zeitgenössischer Komponisten wie Jörg Widmann oder Svante Henryson. Einen Höhepunkt in der Abfolge bildet der dritte Konzertabend. Unter dem Titel „Dor: Rumänischer Traum", was am ehesten mit „Sehnsucht" zu übersetzen ist, werden ausschließlich Werke rumänischer Komponisten gespielt. „Ich sehe es als meine Aufgabe, dem Publikum die bis heute im Ausland praktisch unbekannte Musik meiner Heimat näherzubringen", freut sich Andrei Ioniță. Im Mittelpunkt steht das Streichquartett von Radu Paladi, zu dem die Musikwissenschaftlerin und Tochter des 2013 verstorbenen Komponisten, Irina Paladi, sprechen wird.

Themen der weiteren Konzerte sind die deutsche Romantik mit Werken von Johannes Brahms und Robert Schumann, ein „Europa"-Abend, an dem sich spanische und slawische Klänge mit Zeitgenössischem verbinden, sowie russische Kompositionen. So werden beim Abschlusskonzert „From Russia with Love" nicht nur Werke von Rachmaninow und Schostakowitsch gespielt. Mit Tschaikowskis überschwänglichem Streichsextett „Souvenir de Florence" kommt auch Ionițăs absolutes Lieblingskammermusikstück zur Aufführung. Sein Motto „Musik bringt die Menschen zusammen" sieht der Cellist besonders bei einem Kammermusikfestival wie der :alpenarte realisiert. Er schätzt den intimeren Rahmen, die intensivere Auseinandersetzung mit den Werken und die Nähe zu Musikern und Publikum.

Bei der :alpenarte spielen in einer Konzertwoche wieder zehn aufstrebende Musikerinnen und Musiker zusammen. Unter den gefragten jungen Solistinnen und Solisten aus Europa und Nordamerika sind internationale Preisträger wie die britische Cellistin Vashti Hunter, der albanisch-griechische Geiger Jonian-Ilias Kadesha oder die Geigerin Christel Lee, die 2015 die erste nordamerikanische Preisträgerin in der 50-jährigen Geschichte des „Internationalen Jean-Sibelius-Violinwettbewerbs" war. „Die Programme der Herbst-alpenarte sind wiederum musikalisch sehr gehaltvoll, abwechslungsreich und neuartig arrangiert. Vor allem ist es aber die besondere Atmosphäre aus dem Zusammenspiel der mit Leidenschaft agierenden jungen Künstler, die die alpenarte einzigartig macht", betont Sebastian Manz, künstlerischer Leiter des Festivals. Die Mischung aus Klassik und Zeitgemäßem kommt gut an. „Das wachsende Interesse, vor allem auch bei einem jungen Publikum, und die steigenden Besucherzahlen bestätigen unser Konzept", freut sich Hans Metzler, Geschäftsführer der :alpenarte gemeinnützige GmbH. Zu den vier Konzerten im Frühjahr seien über 1000 zahlende Besucher gekommen und dazu, bei freiem Eintritt, noch zahlreiche Jugendliche, bekräftigt er. Metzler betont in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Vermittlungsarbeit an den Schulen parallel zu den Konzerten und die Bedeutung der :alpenarte als kultureller Anziehungspunkt im Bregenzerwald.

www.alpenarte.eu

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