Al Jarreau geht mit der NDR Bigband auf Tour. Foto: Marina Chavez
Al Jarreau geht mit der NDR Bigband auf Tour. Foto: Marina Chavez

Al Jarreau singt Duke Ellington

Der gefühlvolle Stimmakrobat Al Jarreau geht mit der NDR Bigband auf Tour. Mit Hamburg verbindet sich der Beginn von Al Jarreaus internationaler Karriere. Damals trat er in einer Kneipe auf, nun geht er in die großen deutschen Konzertsäle.

Die Situation hat etwas leicht Unwirkliches. 18 Musiker, die gemeinsam die NDR Bigband bilden, stehen oder sitzen in einem Studio und spielen Jazz, in ihrer Mitte sitzt ein, ja doch, das muss man wohl so sagen: alter Mann wie eine Eminenz. Allerdings keine graue.  Dafür lächelt er viel zu glücklich, mit seinen Kopfhörern über den Ohren. Er singt. Er scattet. Er lässt sich offenbar gerade etwas einfallen. Er freut sich darüber, alle um ihn herum tun dies ebenso und haben jeden Grund dazu. Al Jarreau ist zurück in Hamburg. In jener Stadt, die ihn vor 37 Jahren im ganzen Land berühmt machte.

Damals trat er in Onkel Pö's Carnegie Hall auf, in Wahrheit eine kleine Eckpinte, verrucht, verraucht, die niemals eine Halle war. Er sang. Er scattete. Und zwei Wochen später kannte ihn das ganze Land. Seine Version von Dave Brubecks "Take 5" (zu bewundern übrigens bei Youtube) wurde als Sensation empfunden und war auch eine. Mehr als ein Dritteljahrhundert später sitzt Al Jarreau im Foyer des NDR und lächelt schon wieder so gewinnend.

"Natürlich erinnere ich mich«, sagt er und lacht, »das war damals eine ganz wichtige Erfahrung für mich, und diese Leute, die mich damals gesehen haben, kommen heute noch immer in meine Konzerte und bringen inzwischen ihre Enkel mit. Zu Onkel Al!« Das sei so wunderbar, er wisse bis heute nicht, wem er dafür danken soll. »Mir erschien es als großartige Idee, meine Musik mit der ganzen Welt zu teilen, mit den Menschen zu lächeln, zu tanzen und im Takt zu klatschen. Und die erste Tür zu diesem wunderbaren Universum öffnete sich für mich hier in Hamburg."

Jetzt aber ist es an ihm, Türen zu öffnen. Jarreau hat sich in eine Idee von Jörg Achim Keller, Leiter der NDR Bigband, offenbar unsterblich verliebt. Der hatte ihm vorgeschlagen, das Duke Ellington Songbook zu vertonen. "Ich singe schon sehr lange ein paar wenige Songs aus dem Ellington-Repertoire, allerdings nicht mit einer Bigband, und das war jetzt die Idee. Jörgs Arbeit hat mir eine ganz neue, frische Art der Annäherung an diese Musik erlaubt. Die Arrangements schaffen einen Mix aus Jarreau und den Qualitäten der NDR Bigband, herausgekommen ist dabei etwas tatsächlich Brandneues."

Zur Übersicht

FonoForum-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im FonoForum-Newsletter.

Jetzt registrieren