Oper Dortmund. Foto: Stefanie Kleemann, Dortmund-Agentur
Oper Dortmund. Foto: Stefanie Kleemann, Dortmund-Agentur

Akademie für Digitalität und Theater

Die vom Dortmunder Schauspielintendanten Kay Voges initiierte und von der Stadt Dortmund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Kulturstiftung des Bundes geförderte Akademie für Theater und Digitalität nimmt nach anderthalbjähriger Entwicklungsphase den Betrieb auf.

Der künstlerische Leiter für die künftig als sechste Sparte des Theaters Dortmund fungierende Akademie ist Regisseur Marcus Lobbes, der gemeinsam mit Gründungsdirektor Kay Voges und einem Beirat die Jury für die Auswahl von insgesamt 54 Stipendiaten beruft. Unterstützt werden sie von Kai Festersen als Betriebsdirektor und Veronika Ortmayr als Referentin der Künstlerischen Leitung. „Mit der neu gegründeten Akademie", so Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, „entsteht ein in Europa in dieser Form einzigartiger neuer Ort, an dem über Jahre künstlerische und technische Expertise im Bereich digitaler Theaterproduktion aufgebaut wird. Durch die enge Verzahnung von künstlerischem und technischem Know How bieten sich neue ästhetische Optionen für Theaterproduktionen, von denen letztlich alle Theaterschaffenden profitieren."

Die ersten der insgesamt 54 Stipendien, mit denen Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Theater und Digitalität unterstützt und von der Kulturstiftung des Bundes mit einem Gesamtbetrag von 1 Million Euro finanziert werden, sind ausgeschrieben. Die Fellows, die sich ab sofort bis 28. April bewerben können, werden im Herbst 2019 zum Beginn der Spielzeit in Dortmund erwartet. Die Bewerbungsunterlagen sind unter www.theater.digital abzurufen.

„Ich freue mich sehr, dass durch das gemeinsame Engagement von Stadt, Land, Bund, Theater Dortmund, Deutschem Bühnenverein und Deutscher Theatertechnischer Gesellschaft sowie vielen weiteren Partnern das erste Stadttheater eine eigene Sparte mit Schwerpunkt im Bereich Digitalität begründet. Die Akademie erforscht, wie eine uns allen noch unbekannte Form des Theaters und der Künste im 21. Jahrhundert aussehen könnte. Sie bietet Theaterschaffenden einen Resonanzraum zwischen Kunst und Technik, Analogem und Digitalem, in dem zukunftsweisende Wege für die Darstellenden Künste erprobt werden können", sagte Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt die Akademie für Digitalität und Theater maßgeblich. Für die Pilotphase der ersten drei Jahre stehen bereits Mittel in Höhe von 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Neben Personalkosten und Kosten für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit werden damit insbesondere die Kunstproduktion mit digitalen Technologien sowie der Bereich der digitalen Forschung gefördert, der die Basis für die Arbeit der Akademie für Theater und Digitalität bildet.

Die 800 Quadratmeter bietende ehemalige Schreinerei innerhalb des Theaters, ausgestattet mit modernster Digitaltechnik, überbrückt die Zeit bis zur Fertigstellung des von der Stadt Dortmund in Auftrag gegebenen Neubaus im Hafen der Stadt. „Seit September sind wir durch die Auszeichnung der Stiftung Lebendige Stadt die digitalste Stadt Deutschlands - nun entsteht am Hafen der nächste Meilenstein im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie, der d.-port. Die Akademie wird dort ein bedeutender Anker", sagt Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

So beschloss der Rat der Stadt Dortmund die Planung des Neubaus der Akademie im künftigen d.-port. Zudem bietet die Akademie ab Frühsommer 2019 in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DThG) und dem Deutschen Bühnenverein Workshops, Seminare und Fortbildungen für theatertechnische Berufe an. Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins: „Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf alle Bereiche des Theaters und verändert viele Berufe und Berufsbilder. Aus- und Weiterbildung sind daher zentrale Stellschrauben, um insbesondere die technischen Berufe angemessen weiterzuentwickeln. Das gilt umso mehr in Zeiten akuten Fachkräftemangels." Wesko Rohde, Vorstandsvorsitzender der DThG: „Theater sind traditionell Orte einer kreativen Symbiose künstlerischer Innovation und technischen Forschergeists. Gemeinsames Studieren und Forschen schafft die besten Grundlagen für eine zukunftsfähige Entwicklung der Theater. Künstler und Techniker lernen, Netzwerke der Innovation zu bilden und tragen die Erkenntnisse auf und hinter die Bühnen.

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